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Georg Meistermann (1911-1990): St. Franziskus in Mainz-Lerchenberg (1984)

Es gibt ein weiteres Kirchenfenster von Georg Meistermann (1911-1990) mit dem Thema Neues Jerusalem in abstrakter Form unter weitestgehendem Farbverzicht, welches sehr an seine Arbeit in der evangelischen Kirche von Bad Krozingen angelehnt ist. Man findet sie in der römisch-katholischen Pfarrgemeinde St. Franziskus in Mainz-Lerchenberg. Meistermann hat hier über zehn Jahre an einer passenden Lösung gearbeitet. Erst im Jahr 1984 weihte Bischof Karl Lehmann die Kirche nach 17 Jahren Planungs- und Bauzeit. Nach dem Wunsch der Gemeindemitglieder sollte der Kirchbau gemäß den Lebensprinzipien des Heiligen einfach in seiner Gestaltung werden. Dieses Prinzip musste auch bei den Glasfenstern berücksichtigt werden. Entstanden ist eine der letzten Glasarbeiten zum Thema des bedeutenden Glasbildners der Nachkriegszeit. Aus der Ferne erkennt der Besucher kaum, dass hier das Himmlische Jerusalem dargestellt ist. Aus der Nähe findet man immer mehr Kreise, die sind in Dreiergruppen zusammenfügen. Es sind die zwölf Perlen der Stadt. Die Perlen sind mit Linien verbunden, in denen sich teilweise Farbbalken finden, was beides die Ummauerung der Stadt andeutet. Auf eine figürliche Darstellung in der Mitte hat Meistermann verzichtet. Man findet allein eine dunkle Stelle, die mehrere Rechtecke opak bedeckt und nach oben leicht verschmiert wirkt – mit solchem hat Meistermann das Unerklärbare, das Geheimnisvolle, das Göttliche angedeutet.

25 Jahre Mainz-Lerchenberg: Programmheft Kirchenkonzert in St. Franziskus Mainz-Lerchenberg Sonntag 8. November 1992, Mainz-Lerchenberg 1992.
Dirk Tölke: Katholische Pfarrkirche St. Franziskus Mainz-Lerchenberg, Regensburg 2009.
Claus Bernet: Kirchenfenster und Glasarbeiten, Teil 3, Norderstedt 2015 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 26).

 

tags: Mainz, Rheinland-Pfalz, Georg Meistermann, abstrakt, Perle
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