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Juan Rodríguez Juárez (1675-1728): Maria-Immaculata-Darstellung aus San Miguel Allende (um 1710)

Eine in Mexiko bekannte Darstellung der Maria Immaculata nach der Lauretanischen Litanei schmückt die römisch-katholische Kirche „Templo de la Concepción“ in der mexikanischen Stadt San Miguel Allende. Das dortige Wandgemälde in Öl wurde im frühen 18. Jahrhundert von Juan Rodríguez Juárez für den Hauptaltar der Kirche angefertigt. Unter den wenigen Mariensymbolen steht rechts eine klassische, noch geschlossene Himmelspforte für Himmlische Neue Jerusalem. Sie wird mit beiden Händen fest von einem Putto gehalten, während ein anderer Putto in seiner Nähe eine blühende Lilie direkt vor die Pforte setzt. Eine ähnliche Szene spielt sich übrigens auf der gegenüber liegenden Seite ab. Beide Symbole sollen die Reinheit Mariens darstellen. 

Iván Martinez, Martha Reta, Lenice Rivera: Un privilegio sagrado: La concepción de María Inmaculada. La celebración del dogma en México, México 2005.
Héctor Schenone: Santa María. Iconografía del arte colonial, Buenos Aires 2008.
Sergi D. Garcia: La imagen de la mujer del apocalipsis en Nueva Espana y sus implicaiones culturales, Valencia 2013.
Claus Bernet: Latein- und Südamerika, Norderstedt 2016 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 39).

 

Zum Künstler:

Juan Rodríguez Juárez wurde im heutigen Mexiko-Stadt 1675 geboren, das damals zum Vizekönigreich Neuspanien gehörte. Er war Mitglied einer spanischen Familie, die lange für ihre Leistungen in der Welt der Malerei bekannt war. Er war der Sohn von Antonio Rodríguez (1636-1691), einem bemerkenswerten spanischen Maler. Sein Großvater mütterlicherseits José Juárez (1617-1661) und der Ururgroßvater mütterlicherseits Luis Juárez (1585-1639) waren ebenfalls bedeutende Maler der spanischen Geschichte, gleichfalls sein Bruder Nicolás Rodríguez Juárez (1667-1734).
Bis 1694 gehörte er einer Bruderschaft an und war bereits Malergehilfe. Sein Lehrer war José de Padilla und er arbeitete in seiner Werkstatt. 1719 wurde er beauftragt, einige der zentralen Stücke des Altars der Könige der Metropolitan-Kathedrale auszuführen: die Anbetung der Heiligen Drei Könige und die Himmelfahrt der Jungfrau. Wie bei den meisten Künstlern in Neuspanien während des Spätbarocks produzierte Juan Rodríguez Juárez vornehmlich religiöse Kunst. Er folgte auch dem Trend, Porträts hoher Beamter wie Vizekönig Linares und des örtlichen Adels anzufertigen. Diese Werke folgten europäischen Vorbildern, mit Rangsymbolen und Titeln, die entweder in den äußeren Teilen frei angebracht waren oder in ein anderes Element der Gemälde, wie Vorhänge oder Medaillons, eingearbeitet waren. Rodríguez Juárez malte auch ein außergewöhnliches Selbstporträt, symptomatisch für die sich wandelnde Rolle des Künstlers in der Kolonie im 18. Jahrhundert.
Eine Reihe früher Casta-Gemälde (ca. 1715) wird ihm zugeschrieben. Sie befinden sich in einer Privatsammlung im Breamore House (Hampshire, England). Weitere bekannte seiner Abeiten sind „Milagros del Beato Salvador de Horta“ (um 1720) und „De mulato y mestiza, produzieren Mulato, es torna atrás“ (um 1715), ein Porträt des Vizekönigs Fernando de Alencastre Noroña y Silva, Duque de Linares y Marqués de Valdefuentes (um 1717) oder „Milagros del beato Salvador de Horta“ (um 1720). Die wichtigsten seiner Ölmalereien entsanden also im frühen 18. Jahrhundert. 1728 ist der Maler verstorben; der Legende nach erlitt er einen Schlaganfall, als er an eine Mariendarstellung malte.

 

tags: Maria Immaculata, Porta Coeli, Barock, Lilie, Neuspanien, Mexiko
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