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Cosmas Damian Asam (1686-1739): Monumentalgemälde aus dem Kloster Weltenburg (1735)

Cosmas Damian Asam (1686-1739) schuf um 1735 meterhohe, monumentale Wandbilder für die seitlichen Raumbuchten der Klosterkirche Weltenburg der Benediktiner. An der Nordseite ist die Malerei um die Marmorkanzel Joseph J. Kürschners von 1732 komponiert, mit der nicht allein baulich, sondern auch thematisch eine Einheit bildet: Zuoberst auf dem Schalldeckel mahnt die blaufarbene Stuckstatue des St. Benedikt an seine Ordensregel.

Dementsprechend steigen links der Kanzel die Befolger seiner Weisung den mühseligen, schmalen Pfad der Tugend zur Himmelsstadt Jerusalem empor, in Form einer gewundenen Treppe. Sie mündet an einer zeitgenössischen Festungsanlage auf einem Felssporn, ohne die üblichen Merkmale der Gottesstadt. Eine gewisse Ähnlichkeit besteht mit der burgartigen Stadt, die der Graveur Hieronymus Wierix (1553-1619) um 1600 als Kupferstich geschaffen hat. Zentrum der Anlage ist ein blockartiger Bau mit Kuppel, der an das Kloster Weltenburg erinnert. Leider ist sie durch den Kopf der Statue fast vollständig verdeckt, nur wenn man schräg von links hinter das Gemälde blickt, versteht man die Konzeption. Teile der Architektur ziehen sich nämlich bis an die rechte Seite, dort als Bastion einer Festung.

Auf dieser rechten Seite des Freskos treibt es bei Asam die Verächter des Gotteswortes den bequemeren Weg des Lasters und der Sünde in die Hölle. Ihr baulicher Höhepunkt ist ein heidnischer Tempel mit korinthischen Säulen. Diese Gegenüberstellung zwischen Licht (oben) und Finsternis (unten) als den Symbolen für menschliches Suchen, Tasten und Fragen nach dem Sinn und Wesen seiner selbst und der Antwort Gottes in seiner Offenbarung ist Teil einer Konzeption von Asam, die in der gesamten Kirche immer wiederkehrt. Im Gegensatz zu anderen Wandmalereien des Klosters ist dieses Bild von Wasserschäden frei und in einem guten Erhaltungszustand. Diese Teile der Wandmalerei gelten übereinstimmend als originales Werk Asams und wurden von ihm 1735 abgeschlossen.

Eckhard von Knorre: Die Weltenburger Klosterkirche im Werk der Brüder Asam, Weltenburg 1972.
Klemens Unger: Als der Barock bayerisch wurde – die Brüder Asam, Regensburg 2008.
Irmhild Heckmann von Wehren: Die Suche nach dem Original – oder: Wie viel Asam ist noch? In: 100 Jahre Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, 1, 2008, S. 285-314.
Lothar Altmann: Benediktinerabtei Weltenburg an der Donau Regensburg 2009 (35).

 

tags: Fresko, Niederbayern, Kloster, Benediktiner, Festung, Barock, Zweiwegebild
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