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Robert Anning Bell (1862-1933): Kirche der Presbyterianer in Buenos Aires (1906)

In Buenos Aires wurde im Jahr 1896 die presbyterianische Kirche St. John eingeweiht. 1906 beauftragte man die Firma Guthrie & Wells aus Glasgow mit neuen Fenstern im Stil der Präraffaeliten für die Südseite des Kirchenschiffs. Dafür gewann man Robert Anning Bell (1862-1933), einen anerkannten Meisterkünstler aus London. Bell hatte kurz zuvor, 1898, Illustrationen mit dem Himmlischen Jerusalem zu dem Roman „Pilgrim’s Progress“ von John Bunyan gestaltet; es ist nicht ausgeschlossen, dass Bell dadurch zu diesen Fenstern angeregt wurde.

Der Künstler entwarf ein vielteiliges Fenster zu Ehren von des Argentiniers Thomas Drysdale (1814-1890). Thema ist die apokalyptische Anbetung des Lammes. Von den fünf Fensterbahnen zeigen vier in ihrem oberen Bereich Türme, Tore, Häuser und Mauern einer mittelalterlichen Stadt, unter denen zahlreiche weibliche und männliche Heilige versammelt sind. Durch das üppige Maßwerk ist von der Stadt allerdings nicht viel zuerkennen, wie sie wirklich aussieht, vermag man nicht zu sagen. Das linke und rechte Fenster gestattet noch einen zusammenhängenden Durchblick, und so kann man sehen, dass wir es mit einem verhältnismäßig grünen Neuen Jerusalem zu tun haben. Im unteren Bereich sind auch hin und wieder Stadttore zu finden, die offen stehen – insgesamt drei. Die Malereien sind weich eingezeichnet; Bell orientiert sich an mittelalterlichen Fenstern der Spätgotik, von denen es vor den zwei Weltkriegen in Europa noch viele Beispiele gegeben hat.

Patrimonio artistico nacional. Inventario de bienes muebles ciudad de Buenos Aires, Bd. 2, Buenos Aires 2006.
Claus Bernet: Große Künstler, großartige Kunst, Norderstedt 2020 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 48).

 

tags: Robert Anning Bell, Presbyterianer, Argentinien, Buenos Aires, Firma Guthrie & Wells, Historismus
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