Pepys-Apokalypse (um 1310)

PL 1803 ist eine Handschrift, die unter dem Namen Pepys-Apokalypse bekannt ist, benannt nach ihrem heutigen Aufbewahrungsort, der Pepys Library in Cambridge (England). Entstanden ist das in lateinischer und altfranzösischer Sprache verfasste Werk zu Beginn des 14. Jahrhunderts in England.
Unter den 89 Miniaturen auf 45 Blättern ist für das Thema Himmlisches Jerusalem allein fol. 37r von Interesse. Vor einem feinstrukturierten tiefblauen Hintergrund heben sich drei Bildelemente ab: links auf goldenem Hintergrund wartet Johannes der Seher in einem grünen Gewand mit einem Stock, der ihn auch als Pilger erscheinen lässt, wie überhaupt diese beiden Figuren im 14. Jahrhundert ineinander übergehen. In der Mitte thront Christus in einer Mandorla einschließlich stilisiertem Wolkenkranz, seine rechte Hand segnend erhoben. Rechts ist das Himmlische Jerusalem in Form einer gotischen Kirche in ähnlicher Weise wie in der Corpus-Apokalypse eingezeichnet. Durch einen Mauerdurchblick kann man in das Kircheninnere blicken: Dort steht ein Altar, besetzt mit einem goldenen lateinischen Kreuz – ein Hinweis, das dort das Abendmahl gefeiert wird. Alle drei Bildelemente stehen isoliert für sich, sind aber unten durch einen grünrot gescheckten Boden verbunden, der vermutlich eine Felsenlandschaft darstellen soll.

Paul Meyer: Version Anglo-Normande en vers de l’Apocalypse, in: Romania, 25, 1896, S. 174-257.
Brent A Pitts: Versions of the Apocalypse in medieval French verse, in: Speculum, 58, 1983, S. 31-59.
1803, in: Rosamond McKitterick, Richard Beale (Hrsg.): Medieval, Cambridge 1992, S. 29-33 (Catalogue of the Pepys Library at Magdalene College, Cambridge, 5, 1).

 

tags: England, Abendmahl, Pilger, Wolkenkranz, Altar, Gotik, Mittelalter
Share: