Charles Mente (1857-1933): „Origin and Progress“ (1925)

Für Seite 176 der ersten Auflage der Schrift „A History of the Origin and Progress of Seventh-Day-Adventists“ (zu Deutsch etwa: „Eine Geschichte des Ursprungs und der weiteren Entwicklung der Siebten-Tags-Adventisten“) von Mahlon Ellsworth Olsen (1783-1952) schuf Charles Mente (1857-1933) eine beachtliche Schwarz-Weiß-Zeichnung. Sie hat einen eigenen Titel: „The two sanctuaries“ („Die zwei Heiligtümer“). 
Über dem Tabernakel aus dem Alten Testament (die umzäunte Stiftshütte) unten erscheint als neues Heiligtum das Himmlische Jerusalem in den Wolken darüber. Die Stadt ist vor gleißendem Licht kaum zu erkennen, einige der Strahlen führen bis an den unteren Bildrand. Bei der Jerusalems-Darstellung markieren unten die Stadtmauer und eine Häuserzeile eine horizontale Linie, die von zahlreichen Bauten, die an zeitgenössische Hochhäuser New Yorks oder Chicago, erinnern, vertikal getroffen wird.
Diese Erscheinung wird von einer Person im Bildvordergrund beobachtet, bei der nicht klar ist, ob es sich um Moses, Jesus oder den Seher Johannes auf Patmos handelt. Vielleicht ist es auch ein Adorant oder soll den Gläubigen an sich darstellen. Die Kombination von himmlischem und irdischem Tabernakel liegt nahe, wurde aber nur von Seiten der US-amerikanischen Adventisten bildlich in dieser einzigartigen Bildform vereint. Ich denke nicht, dass es eine originäre Idee von Mente oder Olsen ist, die in ihrer Publikation übrigens auch nicht weiter auf die Illustration eingehen. Man findet sie bereits früher, erstmals wohl in dem Traktat „Das Geheimnis enthüllt oder Die sieben Siegel gebrochen“ von 1911 auf Seite 39.

Claus Bernet: Das Himmlische Jerusalem bei Adventisten, Norderstedt 2014 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 20).

 

tags: Adventisten, USA, Hochhaus, Tabernakel
Share: