Walter Schaub: Holz-Jerusalem (2002)

Walter Schaub aus Langendorf, ein Ortsteil von Elfershausen in Unterfranken, durfte im Kindesalter nicht in der Bibel lesen und besuchte daher später immer wieder Bibelseminare, so 2002 eines zur Offenbarung des Johannes. Schaub begann noch während des Seminars, Holzfiguren für ein Neues Jerusalem zu schnitzen. Es hat die Größe 39 x 39 cm. Die Grundsteine sind hier zwölf Achate in verschiedenen Farben, die bekannt sind für ihre streifenförmigen Ablagerungen aufgrund der rhythmischen Kristallisation. Die schmalen Achatstreifen wurden in die Tore der Stadt gestellt, die von Innen durch diese Steine leuchtet. Aus den zwölf Toren strömt Wasser, dargestellt durch blaue Stoffstreifen, die weit nach unten hängen. Die Mauern der Stadt sind unbearbeitetes Holz, die oben in einem Zackenfries auslaufen. Unten hat der Künstler kleine Holzplättchen mit apokalyptischen Symbolen aufgesetzt, wie Himmelsschlüssel oder ein Schwert. An den vier Ecken wurden farbige Glaskugeln gesetzt, die rein dekorativen Zwecken erfüllen.
In der Mitte dieses selbstgebastelten Jerusalem befindet sich der 42 cm hohe Lebensbaum mit weiteren Edelsteinen in den Ästen. Das fertige Neue Jerusalem aus Lärchenholz wurde dann in der Kirche St. Bruno in Würzburg ausgestellt, in der Pfarrkirche St. Vitus in Langendorf und in der Kirche Heilig Geist in Schweinfurt. Als didaktische Kuriosität erfuhr es nicht nur bei Kindern große Aufmerksamkeit, sondern es zeigt auch langjährigen Gläubigen plastisch einen Gegenstand, der in der Lehrverkündigung der Konfessionskirchen eher unbeachtet bleibt.

Walter Schaub: Vater Unser Abba Unser, Langendorf, um 2012.
Claus Bernet: Neues vom Neuen Jerusalem: Kunstwerke ab dem Jahre 2000 (Teil 5), Norderstedt 2018 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 45).

tags: Unterfranken, Edelsteine, Bastelei
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