David Hetland (1947-2006): Bethlehem Lutheran Church in Fergus Falls (1993)
Dieses Fenster war ein Auftragswerk einer US-amerikanischen protestantischen Gemeinde aus dem Jahr 1993. Es gibt einen Klappentext auf einer Grußkarte, der die Fensterkunst auf dem Cover zeigt, übersetzt lauten die Zeilen: „Auf dem Umschlag ist die Darstellung eines Buntglasfensters zu sehen, das für den Eingang der Bethlehem Lutheran Church in Fergus Falls, Minnesota, in Auftrag gegeben wurde. Beseelt durch das Leuchten des Geburtssterns freuen sich Himmel und Erde in aller Demut über die Geburt des Christkindes. Der Engel verkündet mutig dieses wunderbare Geschenk Gottes an die ganze Welt. Dieses Fenster wurde von David J. in liebevoller Erinnerung an Jennifer Dawn Bradow entworfen. Hetland von Fargo, North Dakota. Copyright 1993 Hetland Ltd.“

Das Fenster befindet sich allerdings nicht im Eingangsbereich der historischen Backsteinkirche, sondern man findet es als Verglasung zwischen zwei Eingangstüren am angebauten Büro- und Verwaltungstrakt (102 W Junius Avenue). Im unteren Bereich ist nicht allein der genannte Stern zu sehen, sondern nach schriftlicher Auskunft von des Künstlers, David Hetland (1947-2006), auch die Stadt Bethlehem, der hier eine Krippe vorgesetzt ist. In dieser verweist ein runder Heiligenschein mit einem Kreuz auf Christus. Die Verbindung von Bethlehem mit dem Himmlischen Jerusalem ist alt, man findet solches bereits auf spätantiken Mosaiken, etwa in Santa Maria Maggiore oder Santa Prassede in Rom. In der Moderne verliert sich diese Gegenüberstellung; allein ein Fenster von Wolf-Dieter Kohler griff 1967 in der Kirche von Glems auf diese Thematik zurück, auch zeigt er dort den Stern und die Grippe. Hetland dürfte allerdings kaum von diesem Fenster gewusst haben. Bei Hetland war selbstverständlich der Name der Kirche ausschlaggebend; die Kirche nutzt Stern und Krippe seit Jahren als Logo für ihre Publikationen und den Internetauftritt. Des Weiteren spielt hier vielmehr der Engel, der zum Gericht ruft, eine vorherrschende Rolle. Seine Flügel trennen klar die himmlische Stadt vom irdischen Bereich. Während Bethlehem ganz aus blauen Scheiben zusammengefügt wurde, sollen oben bei Jerusalem gelbrote Scheiben das Gold andeuten. In ihrer äußeren Gestalt unterscheiden sich beide Heilsorte nur unwesentlich.



