Alois Plum (1935-2024): Fensterbahn aus der Kirche „St. Jakobus und Bruder Konrad“ in Frankfurt-Harheim (1986)
In der römisch-katholische Pfarrgemeinde mit dem Namen St. Jakobus und Bruder Konrad in Harheim, ein nördlicher Stadtteil von Frankfurt am Main, wurden im Jahr 1986 sechs neue Buntglasfenster eingebaut. Das geschah in Kooperation mit der Glasmanufaktur Wilhelm Derix in Taunusstein, einem der weltweit führenden Betriebe auf dem Gebiet der Glaskunst.

Die Backsteinkirche aus dem Jahr 1933 hatte gegen Ende des Zweiten Weltkriegs ihre ursprüngliche Verglasung verloren. Mit der Neuverglasung beabsichtige man vor allem mehr Wärme und Farbe in den kargen Innenraum zu bringen. Dies war die erste Phase eines größeren Umbaus, 1995 folgte eine zweite Phase.
Die neuen Fenster sind Arbeiten des Mainzer Künstlers Alois Johannes Plum (1935-2024). Die Längsfenster im Inneren des Kirchenschiffs haben die Heilsgeschichte zum Thema. Hinzu kommen kleineren Arbeiten im Seitenschiff zum Rosenkranz-Gebet. Das sechst Fenster im Hauptschiff trägt den Titel „Die Vollendung – das himmlische Jerusalem“ und zeigt in abstrakter Tendenz das Himmlische Jerusalem.

Der Künstler hat zu Beginn der 1980er Jahre bis in die 1990er Jahre eine Serie von ähnliche Glasmalereien des Himmlischen Jerusalem geschaffen. Bei dieser wird die Stadt stets als rotgelber Lichtkreis dargestellt, mittels großer, ineinander greifender Bahnen. Diese Lichtkreise findet man in der Christuskirche in Neunkirchen (1984), in Herz-Jesu in Kassel (1984), in St. Philippus und Jakobus in Herdecke (1985), in reduzierter Form (ohne Perlen oder Lamm) hier in Harheim (1986) und letztmalig in St. Sebastian in Magdeburg (1992). Die besondere Schwierigkeit in Harheim war, den quadratischen bzw. hier runden Gegenstand in die sehr schmale Bahn zu bringen. Dazu setzte Plum ein geschwungenes Band ein, welches von oben und unten zu einem Zentrum aus konzentrischen Kreisen fließt. Damit wird die Bahn in erster Linie figürlich ausgestaltet. Mit den blauen Scheiben erinnert sie an den Strom lebendigen Wassers. Je sechs weiße runde Objekte an der oberen und unteren Seite deuten die Perlen der Stadt an, die sich fast in jeder Arbeit Plums zu diesem Thema finden lassen.
Anne-Madeleine Plum (Hrsg): Glauben im Licht der Offenbarung. Das Große Glaubensbekenntnis ausgelegt in Wort und Bildnis, München 2010.
Paul-Georg Custodis: Botschaften in Glas. Alois Plum rückt Sakralbauten ins rechte Licht, in: Mainz. Geschichte, Kultur, Politik, Wirtschaft, 26, 2, 2006, S. 112-117.
Paul-Georg Custodis: Der Mainzer Künstler Alois Plum, in: Rheinische Heimatpflege, 45, 4, 2008, S. 252-262.



