David Hetland (1947-2006): Seitenfenster der Lutheran Church of the Cross (2000-2001)

Die lutherische Kreuzkirche (LCC) in West Fargo, North Dakota, wurde ab 1982 erbaut, die Gemeinde war kurz zuvor 1981 offiziell gegründet worden. Zu den wichtigsten Meilensteinen zählen die Einweihung des ökumenischen Glockenturms im Jahr 1987 und des Cross Way Centers im Jahr 1991. Erst dann kam es zum Einbau hochwertiger Buntglasfenster in zwei Etappen, an denen David Hetland (1947-2006) von Beginn an mitwirkte.
1996 wurden in den Altarraum zwei Fenster der ehemaligen Lutherischen Kirche North LaMoure in der Nähe von Litchville (North Dakota) integriert, die 1915 im späten Art Deco entstanden waren. Pastor Bill Thompson, der den Umbau betreute, erfuhr von diesen Fenstern, nachdem er sich nach historischen Kirchengegenständen erkundigt hatte, die möglicherweise für das neue Gotteshaus geeignet wären. Zu dem Ausbau wurde David Hetland hinzugezogen, der das Michael Orchard Studio in Fargo für die Restaurierung der Fenster empfahl. Dort wurden sie gereinigt, neu verbleit, neu eingefasst und mit Querbalken verstärkt.
Schon damals entstand die Idee weiterer Fenster, an denen Hetland bereits arbeitete, doch es musste erst eine Finanzierung gefunden werden. Im Jahr 2000 standen die endgültigen Entwürfe fest, unter Mitwirkung von Bill Thompson. Zunächst war an die Seitenfenster direkt neben dem Altar gedacht, doch es stellte sich heraus, dass diese von den Besuchern der Kirche kaum eingesehen werden konnten. Sie wurden daher 2001 in den Gemeindesaal dieser Kirche eingebaut, als ein Zyklus von acht Buntglasarbeiten, der von der Schöpfung bis zum Himmlischen Jerusalem als letztes Fenster reicht. In diesem Zyklus ist das rote Band das verbindende Element, welches sich durch alle acht Arbeiten zieht.
Um den quadratischen Rahmen des Fensters hat der Künstler einen zusätzlichen Rahmen eingefügt. Er bildet ein gebogenes Tor mit zwei Fackeln oder Kerzen an den Seiten. Beide stehen in Flammen, denn im Gegensatz zu der brennenden und erlöschenden Flamme zeigen beide Flammen ewiges Licht an. Hetland nahm mit der Fackel in seinem Fenster übrigens auf das ältere Fenster von 1915 Bezug. Das Motiv Feuer/Flamme setzt sich in dem leuchtend roten Flammenband fort, welches sich wie eine Woge schwungvoll von links nach rechts durch das Fenster zieht. Ebenso schwungvoll kreuzt das Band ein mächtiger Laubbaum, dessen Wurzeln und Äste ebenfalls die Horizontale betonen. Die Äste scheinen die Stadt darüber wie ein Atlant in der Schwebe zu halten. Es ist der typische Hetland-Stil, ähnlich wie auch bei den Fenstern in Jamestown, Fergus Falls oder Moorhead: zahlreiche blockartige Bauten, mit Kuppeln und Giebeln bekrönt, ohne belebende Elemente wie Engel, Apostel oder das Lamm Gottes – auch Erlöste oder Bewohner der Stadt werden nie gezeigt, das einzige lebende Element ist hier der Baum des Lebens. Im Zentrum der Stadt steht übrigens eine weitere Flamme, mit gewundenen, ineinander verschränkten roten und beigen Scheiben etwas mehr hervorgehoben.

 

tags: USA, David Hetland, North Dakota, Fackel, Flamme
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