
Im Jahr 1998 erschien „Christliche Abbildungen & Religion“ bei der Verlagsanstalt Lushpix-Illustration. Enthalten sind vierzig Bildchen zu christlichen Themen. Künstler oder Designer sind nicht angeführt. Es war genau der richtige Zeitpunkt: Das Internet entwickelte sich, auf einmal benötigten Millionen von Bloggern, Jounralisten und Gewebetreibende Grafiken für ihre Internetseiten, die man damals noch nicht mit der Künstlichen Intelligenz herstellen konnte. Zusätzlich befand man sich kurz vor der Jahrtausendwende mit all ihren apokalyptischen, millenaristischen und endzeitlichen Hoffnungen und Befürchtungen – kurz: Illustrationen des Himmlischen Jerusalem hatten Konjunktur. Die Serie war von Beginn an für den internationalen Markt produziert, daher waren die Beischriften in englischer Sprache.
Clipart Nr. u13422022 zeigt zwei Mal das Himmlische Jerusalem. Die erste Abbildung speist sich aus zwei Motiven: dem älteren Zweiwegebild und dem jüngeren Bildmotiv „The Bridge“. Rechts geht es zur Hölle, Geld und Alkohol pflastern den Weg. Links, etwas schmaler, geht es, durch ein rotes Kreuzestor, zum Himmlischen Jerusalem, welches sich im Hintergrund in blaugrauer Farbe vor einem goldenen Lichtkranz abzeichnet. Vor allem im hispanischen Raum war diese kleine Zeichnung populär und weit verbreitet, auch wurde sie oft verändert: Mal ersetzte man die Schrift „Heaven“ durch etwas anderes, mal änderte man die Gestalt der Stadt, manchmal beschrifte man die rote Pforte, gerne mit Bibelversen. Dieses jedoch ist die älteste, erste Fassung, gewissermaßen die Urform.
Die Herausgeber haben ihre Serie mit einer zweiten Illustration zum Thema ausgestattet. Ebenfalls von diesem unbekannten Grafiker stammt diese kleine Clipart mit dem Neuen Jerusalem in Blau (um 1998). Auch hier führt der Pilgerweg, diesmal merklich steiler, durch ein aufrecht stehende Kreuz, vor einigen verdorrte Dornensträuchern. Im Gegensatz zur ersten Illustration war dieser Grafik weniger Erfolg beschieden.
Claus Bernet, Ingeborg Schmidt: Das Zweiwegebild, Norderstedt 2014 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 22).