Peter Sedlaček (1939-2015): Serie „Apokalypse“ (2000)

Die Serie „Apokalypse“ entstand im Jahr 2000 und wurde noch im gleichen Jahr erstmals in Florenz auf einer Einzelausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. Es handelt sich dabei um elf Bleistiftzeichnungen, die der surrealistische Maler Peter Sedlaček (1939-2015) geschaffen hat. Sedlaček wurde 1939 in Hamburg geboren, ist dann in Scheeßel aufgewachsen und bildete sich künstlerisch als Autodidakt aus, indem er bei verschiedenen Künstlern (u.a. Prof. Rudolf Hausner) hospitierte. Seit 1968 war er Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler e.V., Hamburg; vornehmlich in Deutschland und Frankreich gab es mehrmals Einzelausstellungen.
Bei der Serie handelt es sich um 47 x 32 Zentimeter große Einzelblätter. 2015 befanden sie sich noch im Atelier des Künstlers und standen zum Verkauf an. Der elfte und letzte Titel lautet „Das neue Jerusalem“ und zeigt die Gottesstadt in den geometrischen Grundformen Kreis, Dreieck und Viereck. Dabei symbolisiert das Dreieck das Auge Gottes und die Trinität. Weitere vier Dreiecke entstehen durch zwei diagonale Linien, die von den vier Ecken des Quadrats ausgehen. In diesem Quadrat wurden an jeder Seite drei Tore der Stadt eingesetzt. Vor jedem Tor wurde ein Engel gestellt. Alle diese Elemente wurden abschließend in einen Kreis gesetzt, der konzentrisch ausstrahlt, bis zu den zwei Figuren unten rechts: Johannes und sein Begleiter, der Engel mit dem Maßstab. Links von ihnen ist ein weitere Kreis; die untergehende, zerfallende Erde.
Sedlaček schrieb dazu: „Schon Ende der 1970er Jahre wollte ich die Apokalypse bebildern, in einer geplanten Ausgabe des Neuen Testaments. Aus verschiedenen Gründen ist es nicht dazu gekommen, aber Skizzen und Ideen waren vorhanden. Die Jahrtausendwende steht vor der Tür: Ist jetzt nicht der passende Zeitpunkt für solch ein Thema? Wenn nicht jetzt, wann dann? Den letztlichen Ausschlag gaben dann die Werke von Marcel Chirnoagă – ich war begeistert. (…) Bis ich zum Himmlischen Jerusalem gekommen war, endlich, hatte ich viele düstere Themen zu durcharbeiten: Tod, Drache, Schalen des Zorns, Babylon – und dann: Jerusalem. Ich weiß nicht, ob man die Erleichterung der Zeichnung ansehen kann, ich hoffe, es lässt sich etwas von der Ruhe und Harmonie der Stadt verspüren“ (Peter Sedlaček, 2002).

Peter Sedlaček, Peter Düsterfeld: Apokalypse – Apocalisse, (Florenz) (2000).
Claus Bernet: Zeichnungen, Norderstedt 2014 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 19).

 

tags: Surrealismus, Apokalypsezyklus
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