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Mogens Trane: Dorfkirche Vokslev (1740-1750)

Die spätmittelalterliche Darstellungsweise der Kirche in Oerel diente Jahrhunderte später einmal einer dänischen Kirche zur Anregung. Im 17. Jahrhundert war Oerel Teil des Herzogtums Bremen geworden, das zunächst zu Schweden (Personalunion) gehörte und im 18. Jahrhundert dann ein Teil Dänemarks war. Durch diese territorialen Verbindungen wurde die Kirche zu Oerel auch in Jütland bekannter, vor allem durch die regelmäßigen und genauen lutherischen Kirchenvisitationen, die von Dänemark aus durchgeführt wurden. Die freie Nachahmung aus den Jahren 1740/50 findet man in dem Dorf Vokslev nahe des Städtchens Nibe. Ausgeführt wurden die Kalkmalereien damals von dem Maler Mogens Trane aus Viborg, der vermutlich von Geistlichen den Entwurf zu dieser ungewöhnlichen Lösung erhalten hat. In einem Kreis über vier Kappen der Decke hinweg zieht sich ein breites Band mit realistischen Architekturen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Nachweislich sind hier Häuser und Paläste aus Jütland verewigt, zum Teil erhalten, zum Teil umgebaut, zum Teil verloren gegangen. Unter anderem findet man auch die Kathedrale von Viborg, den Wohnort des Malers und den Bistumssitz, zu dem Vokslev gehörte. Ob die Stadtdarstellung im unteren Kreissegment als einzige fertig ausgemalt wurde, oder ob die anderen Gewölbekappen lediglich nicht vollständig freigelegt worden sind, kann hier nicht entschieden werden. Fast sieht es so aus, als wollte man dem Betrachter vier unterschiedliche Stufen der Bildentstehung zeigen – oder des Näherkommens des Neuen Jerusalem.

Ole Færch: Vokslev Sogns historie, Aalborg 2010.

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tags: Barock, Volkskunst, Deckenmalerei, Dänemark, Jütland
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