Georges Gross (1908-1991): Civitas Dei aus Notre-Dame in Bar-le-Duc (1951)

Die ostfranzösische Stadt Bar-le-Duc (Département Meuse, Lothringen) besitzt in seinen römisch-katholischen Kirchen mehrere Darstellungen der Maria Immaculata. So hat Notre-Dame bereits eine steinerne Tota Pulchra von etwa 1510 mit Himmelspforte und Gottesstadt, die beide für das Neue Jerusalem stehen. Über ein Jahrhundert später wurde eine Ölmalerei von 1641 mit dem gleichen Thema aufgestellt. Jahrhunderte später wurde in dieser Kirche das Thema der Mariensymbole nach der Lauretanischen Litanei ein drittes Mal aufgenommen, diesmal jedoch in einer modernen Formensprache und auch auf einem anderen Träger, nämlich diesmal auf Glas.

In den Chorbereich, um die Orgel der Kirche herum, wurden sechs Buntglasfenster eingesetzt, die einige der marianischen Symbole aufnehmen. Das untere linksseitige Fenster zeigt übereinander gesetzt von unten nach oben den „Turris Davidica“, den „Sedes Sapientiae“, die „Civitas Dei“ und den „Stella Matutina“.

Wie für Symbole durchaus passend ist die Darstellung auf das Wesentliche reduziert. Hier gibt es keine Bäume, Figuren, Zinnen oder ausgeschmückte Türmchen mit Wetterfahnen. Drei Zugangspforten sind lediglich als einfache, doppelte Rundbögen markiert. Links ist ein Turm zu finden, rechts ein ebenso hoher Bau, vielleicht eine Kirche? Unten, am Fundament, findet sich die Beschriftung in breiten Lettern ohne Serigraphen, wie es in den 1950er Jahren üblich war. Darunter sind einige tiefblaue Scheiben gesetzt, wie auch bei den übrigen Symbolen des Fensters.
Die lateinischen Beschriftungen sind eine Referenz an die Darstellungen der Maria Immaculata aus dem 16. Jahrhundert, lesen und verstehen konnten sie damals wie heute nur sehr wenige Menschen. Sinnvoller wäre es gewesen, die Beschriftungen in Französisch anzugeben, doch in den 1950er Jahren war die Bereitschaft der Kirche, sich zu erklären, noch gering, selbst die Messe wurde damals in Latein abgehalten. Die Fensterarbeiten wurden übrigens von Georges Gross (1908-1991) entworfen und eingebaut, der von 1948 bis 1960 ein Atelier für Glaskunst in Nancy führte. Dort ist sein Fenster auch gegossen worden.

Charles Aimond: L’église prieurale et paroissiale Notre-Dame de Bar-le-Duc. Histoire, description, rôle et importance dans l’histoire et la vie de la cité ducale. Bar-le-Duc 1958.

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tags: Civitas Dei, Département Meuse, Lothringen
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