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William Heaslip (1898-1970): „Your Bible and You“ (1939)

Eine der letzten bedeutenden Arbeiten des beliebten adventistischen Jugendautors Arthur S. Maxwell (1896-1970) war „Your Bible and You“. Diese konnte nach langen Vorarbeiten im Jahr 1959 bei dem Verlag Review and Herald Publishing Association in Washington erscheinen. Noch einmal versammelten sich zahlreiche Künstler des Verlagshauses für eine typisch adventistische Bildausstattung.
Die erste Abbildung mit einem Himmlischen Jerusalem findet man auf der Seite 432, wo der Verlag auf eine Zeichnung aus dem Jahre 1939 zurückgriff. William Heaslip (1898-1970) zeigt die Stadt Jerusalem als golden schimmernde gotische Kathedrale im Bildhintergrund, unter dem obligatorischen Regenbogen der Versöhnung zwischen Gott und den Menschen.

Von Heaslip ist auch die Zeichnung auf Seite 437, die ebenfalls auf 1939 datiert ist und wohl wegen des Krieges erst einmal nicht gedruckt werden konnte. Sie zeigt die gesamte Stadt in der Ferne, auf einem Hügel, von einem mächtigen Strahlenkranz umgeben. Sie bildet ein optisches, aber auch inhaltliches Gegengewicht zu den erlösten Menschen und Engeln im Vordergrund.

 

Zum Künstler:

William Heaslip wurde 1898 in Toronto (Ontario) als Sohn irischer Einwanderer geboren. Seine Ausbildung zum Künstler begann er an der London Industrial and Art School (Ontario). Dort wurde er von einem der Lehrer, David Wilkie, einem Landschaftsmaler aus England, der seine klassische britische Ausbildung an Studenten weitergab, betreut.
1917 trat Heaslip in das Royal Flying Corps ein. Er diente nur ein Jahr und 99 Tage, eine kurze Zeit, die jedoch unauslöschliche Spuren hinterließ, was sich auch in seinem künstlerischen Schaffen zeigen sollte. Zurück in London nahm Heaslip den Kontakt zu David Wilkie wieder auf, der die finanziellen und administrativen Vorkehrungen für seinen ehemaligen Studenten traf, um an der National Academy of Design in New York City zu studieren. Dort lernte er bei dem in Russland geborenen Ivan Olinsky, einem gefragten Maler von Porträts, Landschaften und Wandmalereien. Heaslip zeichnete sich durch seine Arbeit aus und wurde bald für seine Fähigkeiten mit der Suydam-Medaille (Silber) für das naturalistische Zeichnen ausgezeichnet. Heaslip verließ die Akademie nach einem Jahr und schrieb sich für einen Kurs ein, der von John Sloan (1871-1951) an der Art Students League unterrichtet wurde. Heaslip nahm auch an einem Kurs über Illustration und Komposition teil, der von Wallace Morgan, einem Alumnus der National Academy, einem ehemaligen Zeitungsillustrator der New York Herald und offiziellen Künstler der American Expeditionary Forces während des Ersten Weltkriegs, geleitet wurde.
1921 begann Heaslip seine berufliche Laufbahn und eröffnete sein eigenes Atelier im Holbein Studio Building in Midtown Manhattan. Seine frühen Illustrationen finden sich in Publikationen wie American Legion Monthly, Saturday Evening Post, Boys‘ Life und American Boy. Das Thema war übrigens fast immer luftfahrtbezogen: Flugzeuge, Piloten, Fallschirmspringer, Segelflieger usw.
Im Jahr 1931 wurde William Heaslip beratender Kunstredakteur bei Sportsman Pilot, einer Zeitschrift, die sich an hochkarätige Piloten und Luftfahrtliebhaber richtete. Während seiner siebenjährigen Tätigkeit setzte Heaslip sein Talent ein, um Sportsman Pilot zu einer der besten Zeitschriften für die Luftfahrt zu machen. Mitte der 1930er Jahre fand er Zeit, eine Reihe von Illustrationen für die bekannte Firma Heinz zu machen.
William Heaslip wurde auch ein produktiver Druckgrafiker, nachdem er bei Frank Nankivell Tiefdruck studiert hatte. Er steuerte eine Reihe von Drucken zu Associated American Artists (AAA) bei, die Drucke zu erschwinglichen Preisen für den durchschnittlichen amerikanischen Sammler vermarkteten. Er hat auch fünf Drucke für die International Aeronautical Art Exhibition eingereicht und die JW Robinson-Trophäe gewonnen. 1939 wurde sein Druck „Airport“ von Thomas Craven für die Aufnahme in „A Treasury of American Prints: A Selection of One Hundred Etchings and Lithographs by the Foremost Living American Artists“ ausgewählt. Heaslip war auch Mitglied der Society of American Etchers unter der Leitung des renommierten Druckgrafikers John Taylor Arms, der ihn bat, den Prozess der Radierung und Aquatinta auf der New Yorker Weltausstellung 1939/40 zu demonstrieren.
Innerhalb weniger Wochen nach Beginn des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1939 illustrierte William Heaslip die jüngsten Großereignisse für die New York Times. Diese Beziehung dauerte bis einige Monate nach Amerikas Eintritt in den Krieg an, als Heaslip eine vierjährige Beziehung mit Coca-Cola begann. Für die Kampagne war Snyder & Black, eine Werbeagentur, die sich auf die Erstellung von Point-of-Sale-Displaymaterial spezialisiert hatte, verantwortlich. Heaslip erstellte auch weiterhin Illustrationen zur Förderung von Arbeitskräften und zur Mobilisierung, darunter eine Reihe von „Give Us More“-Plakaten für jedes größere Militärflugzeug im Inventar der US Army Air Forces.
Nach Kriegsende schwanden derartige Möglichkeiten, aber Heaslip passte sich schnell an, indem er jetzt Kunstunterricht erteilte, eine Gemeindekirche zu Ehren seiner Frau renovierte und mit seinen engen Künstlerfreunden Ausflüge unternahm, um zu malen, was ihnen ins Auge fiel. Im Jahr 1969 wurde bei ihm eine unheilbare Krankheit diagnostiziert, die ihn dazu inspirierte, seine vielen Freunde auf einer Weltreise zu besuchen, die von seiner Tochter Judy, einer examinierten Krankenschwester, begleitet wurde. 1970 verstarb William John Heaslip.

 

tags: Adventisten, Jugendbuch, Review and Herald Publishing Association, Nachkriegskunst, Jesus
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