Theo Heiermann (1925-1996): Leuchter aus St. Maria und St. Clemens zu Schwarzrheindorf (1993)

Eine Art neo-neoromanischer Leuchter wurde 1993 zum 125jährigen Bestehen der Pfarrei St. Maria und St. Clemens zu Schwarzrheindorf geschaffen. Die römisch-katholische Kirche hatte ursprünglich vermutlich einen romanischen und mit Sicherheit einen neoromanischen Leuchter, der ohne Not im Zuge des Purifikationswahns in den 1960er Jahren vernichtet wurde. Bald schon bemühte man sich in der Gemeinde, einen neoromanischen Leuchter anzukaufen, doch dies sind heute seltene und teure Kunstwerke, so dass man ein neues Werk in Auftrag geben musste. Besonderen Wert legte Theo Heiermann (1925-1996, der Erschaffer des Leuchters) auf die Wächterengel in den acht Toren. Als Cherubim haben sie je sechs Flügel, die mit Augen bedeckt sind, und sie stehen auf Rädern. Diese Engel sind aus Holz geschnitzt, die Scheiben der Türme wie auch der Kerzenteller sind aus Alabaster und die übrigen Teile zwischen den Toren, die auf dem Reif die Kerzen halten, aus Bronze und wurden von Karl Heinz Frotz in Handarbeit hergestellt. Im Gesamtarrangement entsteht ein rustikaler, volkstümlicher Charakter, der gut zu der Kirche passt, die ja auf ihren romanischen Fresken ebenfalls das Neue Jerusalem präsentiert.

Wallfahrt der Pfarre St. Maria und St. Clemens Schwarzrheindorf zum Heiligen Nikolaus von der Flüe, Schwarzrheindorf 1994.
Karl Königs: St. Maria und St. Clemens Schwarzrheindorf. Ein Kirchenführer, Bonn 2000.
Wilfried Hansmann: Entstehung und Restaurierungsgeschichte der Gemälde in der Pfarrkirche St. Maria und St. Clemens zu Schwarzrheindorf, in: Wilfried Hansmann, Jürgen Hohmann (Bearb.): Die Gewölbe- und Wandmalereien in der Kirche zu Schwarzrheindorf, Worms 2002.

 

Beitragsbild:  © Axel Kirch / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), 2018-bonn-schwarzrheindorf-sankt-maria-und-clemens-innenansicht-14, CC BY-SA 4.0 

tags: Jerusalemsleuchter, Neoromanik, Volkskunst, Alabaster, Bronze
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