Sarkophag Inês de Castro (um 1355)

Der Sarkophag der Inês de Castro befindet sich im Kloster Alcobaça, dem „Real Abadia de Santa Maria de Alcobaça“. Es handelt sich um ein mittelalterliches, katholisches Zisterzienserkloster in der portugiesischen Stadt, welches 1153 vom ersten König Portugals, Afonso Henriques, gegründet worden war. Dieser erste gotische Bau Portugals wurde bereits 1989 zum Welterbe der UNESCO deklariert.
Im Querschiff der Kirche liegt das Grabmal von König Pedro I. (1320-1367) und seiner 1355 ermordeten Frau Inês de Castro. Es zählt zu den besten Werken der Gotik in Portugal. Eine der schmalen Schauseiten des Grabmals Inês de Castro zeigt das Leben Christi, eine andere das Jüngste Gericht. Auf mehreren Ebenen ist Architektur des Himmlischen Jerusalem zu entdecken: unten stehen die Toten auf, während sie links Petrus in der Himmelspforte erwartet. Diese Pforte ist plastisch ausgearbeitet und fast dreidimensional eingefügt bzw. kunstvoll aus dem Marmor gehauen. Darüber zieht eine Schar Geretteter durch eine andere Pforte mit einem Kuppeldach in die Stadt ein. Die oberste Ebene besteht aus Fenstern, Arkaden und Türmen, zwischen denen zum Teil weitere Gerettete zu sehen sind. Der oder die Bildhauer des weltbekannten Grabmals sind nicht bekannt.

María Augusta Lage, Pablo da Trindade Ferreira: Mosteiro de Santa Maria de Alcobaça, Lisboa 1987.
Francisco P. Macedo, Maria José Goulão: Les tombeaux de Pedro et Inês. La mémoire sacralisée d’un amour clandestin, in: Wessel Reinink, Jeroen Stumpel (Hrsg.): Memory and oblivion. Proceedings of the XXIXth International Congress of the History of Art held in Amsterdam, 1-7 September 1996, Dordrecht 1999, S. 491-498
Rui Rasquilho, Maria Augusta T. Ferreira: Císter e a Europa. Santa María de Alcobaça: aliança entre a espiritualidade e o trabalho manual, Lisboa 2007.

 

tags: Grabkultur, Sarkophag, Portugal, Zisterzienser, Gotik
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