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Birgit Hagen (1912-2004): „Det nye Jerusalem“ (um 1980)

Die 51 x 32 cm (oben) bzw. 43 x 26 cm (unten) kleine Malereien auf textilem Untergrund sind ähnlich aufgebaut: sie basieren auf einer Grundtönung, die durch zahlreiche weitere Farbnuancen konterkariert wird. Die so hervorgerufenen rhythmischen Farbfelder sind leicht nach links gerichtet. Die Linienführung ist kleinteilig, nicht rechtwinklig, sondern geschwungen und betont die menschliche Handführung. Es entsteht eine Zeichnung, die bewusst an die Linienführung von Kindern anlehnt.
Beide Arbeiten sind handschriftlich betitelt: „Det nye Jerusalem“ („Das Neue Jerusalem“), wobei die obere Arbeit nach nach Offenbarung Kapitel 21, Vers 23, die untere Arbeit nach nach Offenbarung Kapitel 3, Vers 12 orientiert sein soll. Geschaffen wurden sie beide von Birgit Hagen. Birgit Hagen (1912-2004) war eine norwegische Textilkünstlerin, Malerin und Zeichnerin aus dem finnischen Ort Ål, wo sie unter einfachen Bedingungen auf einem Bauernhof aufgewachsen war. Nach einer Ausbildung 1946/47 an der Kunstakademie in Helsinki gestaltete sie später vor allem Teppiche und andere Textilarbeiten. Erst in den letzten Lebensjahren beschäftigte sie sich hauptsächlich mit Zeichnen und Ölmalerei, was schneller und flexibler war als das Weben. Unter diesen letzten Arbeiten sind auch einige religiöse Themen. Die Arbeiten „Det nye Jerusalem“ befinden sich heute im Hallingdal Museum, einem Freilichtmuseum in Nesbyen im Hallingdal in der norwegischen Provinz Viken. Dorthin wurden fast fünfzig Wandteppiche, 70 bemalte Platten und mehrere Manuskripte der Künstlerin gespendet. Seitdem ist das Museum der wichtigste Ausstellungs- und Forschungsort zum Werk und Leben der Künstlerin Birgit Hagen.

Birgit Hagen, hennes kunst i utvalg, Stiftelsen til fremme av Birgit Hagens kunst og Hallingdal museum, o.O. 2011.
Runa Boger: Sent, men godt, en historiefortelling i tekstil, o.O. 2016.

 

tags: Museum, Finnland, Freilichtmuseum
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