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1920, Lüneburg, Niedersachsen, St. Johanniskirche, Detail © Claus Bernet

Ehrenfenster für Dr. Valentin Christoph Möller (1734-1820) aus der Johanniskirche Lüneburg (1920)

Ohne die beigegebene Erklärung auf dem Fenster wäre es schwer, diese zeitlose Arbeit genauer zu bestimmen, zumal heute weder der Künstler noch die Werkstatt bekannt sind. Die Glasmalerei wurde im Jahr 1920 geschaffen, zu Ehren des evangelischen Superintendenten Dr. Valentin Christoph Möller (1734-1820), der als Theologe, Schriftsteller und Kirchenlieddichter hervortrat. Vor allem letzteres war der Anlass, seinen einhundertjährigen Todestag mit dem Einbau dieses Buntglasfensters würdig zu begehen. Die Stiftung ging aus von dem Paar Jean Gottfried Leppien und Gertrud Leppien, welche in der Stadt eine Fabrik für Rosshaartuch besaßen.
Man findet das Fenster vom Eingang aus rechts in der Lüneburger Johanniskirche, also dem ehemaligen Wirkungsort von Möller. Im unteren Bereich ist, wie oftmals, das Stifterpaar dargestellt, natürlich auch Valentin Christoph Möller, dazwischen zahlreiche Engel. Über ihnen erhebt sich, auf drei Fensterbahnen verteilt, das Himmlische Jerusalem. Immerhin sechs der Tore kann man erkennen, aus denen breite Strahlen in roter und gelber Farbe nach unten durchbrechen. Es sind mittelalterlich geprägte Tore, die auf einem breiten, horizontalen Wolkenband ruhen. Zwischen den Toren befindet sich die Mauer der Stadt aus verschieden geformten Edelsteinen. Auf den Tortürmen und auf weitere Türmen der Stadt stehen Engelsfiguren, die einen Banner tragen, auf der der Name eines jeweiligen jüdischen Stammes geschrieben steht, wie beispielsweise „Juda“. Nach einem weiteren Wolkenband thront das Christuslamm über der Stadt, hier mit einem menschlichen Antlitz.

Martin Voigt: St. Johanniskirche Lüneburg, München 1981.
Martin Voigt: Die St. Johanniskirche in Lüneburg. Der Erzählschatz mittelalterlicher Kirchen, München 2013.

 

tags: Niedersachsen, Stiftung, Kirchenlied, Lüneburg
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