Enricus Mazzucco, Giovanni Mazzucco: San Fiorenzo in Bastia Mondovi (1472)

Die Fresken der Kirche San Fiorenzo zeigen auf der Südwand das Himmlische Jerusalem. Es ist mit 1472 eines der frühesten exakt datierten Fresken mit diesem Thema. Im Jahr 1887 wurde das gesamte Wandfresko aufwendig restauriert und ist seitdem ein kunstgeschichtlicher Anlaufpunkt in der oberitalienischen Gemeinde Bastia Mondovi, unmittelbar an der französischen Grenze. Wie anderswo auch, werden neben dem Himmlischen Jerusalem auch Themen wie die Werke der Barmherzigkeit, die Auferstehung der Toten und die Hölle dargestellt. Angefertigt wurden die Zeichnungen und Ausmalungen wahrscheinlich von einem Frater Enricus und Giovanni Mazzucco, die vermutlich beide einen monastischen Hintergrund hatten. Die stilistischen Ähnlichkeiten mit der zur gleichen Zeit in Saint-André im Kanton Monêtier-les-Bains entstandenen Malerei liegen auf der Hand, wohingegen hier der Bildaufbau klassischer, traditioneller ist. Vor allem die Reihen mit Heiligen im oberen Bereich sind ein gängiges Sujet, ebenso die Totenauferstehung unten rechts. Dennoch zeigt sich auch hier eine Freude am Erzählen kleiner Geschichten und Legenden, vor allem aus dem Leben der Heiligen. Davon sticht die graue Stadtmauer ab, deren kostbare Materialien lediglich in dem mittigen, niedrigen Turm angedeutet sind.

Franco Mazzini: La conservazione degli affreschi nella chiesa di S. Fiorenzo a Bastia Mondovì, in: Bollettino della Società per gli Studi Storici, Archeologici ed Artistici della Provincia di Cuneo, 73, 1975, S. 91-92.
Andreina Griseri, Geronimo Raineri: San Fiorenzo in Bastia Mondovi, o.O. 2004 (Risorse storiche e artistiche del Nord-Ovest, 2).
Adriano Antonioletti Boratto: Santi e demoni. Affreschi in San Fiorenzo. Bastia Mondovi, Alessandria 2010.

 

tags: Italien, Piemont, Auferstehung, Mauer, Papst, Gotik, Spätmittelalter
Share: