Wandmalerei der Vank-Kathedrale in Isfahan (um 1660)

Im Stadtteil Dschulfa der iranischen Stadt Isfahan befindet sich die armenisch-apostolische Vank-Kathedrale aus dem 17. Jahrhundert. Die hier aufgemalten Fresken aus der Zeit um 1660 hatten Vorbildcharakter für viele orthodoxe Kirchen in der iranisch-irakischen Region, von denen sich jedoch nur wenige erhalten haben. Das Fresko „Himmel und Hölle“ gehört zur oberen Ausstattung der Kirche an einer Seitenkapelle links vom Altar. Die Darstellung Jerusalems als Rundtorturm mit je einem runden Schmuckelement an der linken wie rechten Seite ähnelt, wie auch die Schar der Geretteten, die über das Wolkenband oben rechts weiter in den Himmel gelangen, anderen zeitgleich entstandenen Malereien, selbst in Südamerika. Man vermutet, dass auch diese Malerei von Missionaren eines römisch-katholischen Klosters ausgeführt worden sind. Bemerkenswert ist, dass die Geretteten feierlich gekleidet sind und alle Kerzen halten, obwohl das Neue Jerusalem kein künstliches Licht mehr benötigt. Petrus steht hier links neben der Pforte, die bereits aufgeschlossen ist und von zahlreichen Geretteten durchschritten wurde. Ihm wurde auf der gegenüber liegenden Seite Paulus hinzugefügt. Über ihnen rufen übergroße Engelsfiguren mit Posaunen zum Gericht, welches auf der mehrteiligen Malerei weiter oben dargestellt ist.

Hamazasp Arakelean: Patkeragirk‘ owgec’oyc‘ Nor Jowgayi S. Astwacacin Ekegec’ow, S. Gêorg Ekegec’ow, S. Katarinean Vank’i, T’ehran 2004.
Farrokh Shayesteh: The Vank Cathedral and the influence of Persian design, in: 名桜大学総合研究, 13, 3, 2008, S. 17-23.
Claus Bernet: Denkmalschutz, Denkmalpflege und UNESCO-Weltkulturerbe, Norderstedt 2020 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 47).

 

tags: Kolonialstil, Kathedrale, Iran, Fresko, Weltgericht, Torturm
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