1510 um, Vra, Nordjylland, Dänemark, Eigil Rothe, Isabelle Brajer © Peter F. Nielsen

Vrå Kirche und Marienkirche von Saeby (um 1510)

Mit den Worten „Kommt, liebe Brüder“ öffnet St. Peter mit seinem Schlüssel das Tor zum himmlischen Reich der Erlösten. Das Himmlische Jerusalem hat die Form einer mittelalterlichen Burg mit Türmen und Zugbrücke, vermutlich nach einer ausländischen Vorlage gestaltet. Die Wandmalerei der nördlichen Chorgewölbekappe aus der „Saebyværksted“, der Maler-Werkstatt von Saeby, befindet sich in der dänischen Kirche von Vrå und stammt aus der Zeit um 1510. Nach ihrer Übermalung wurden die Fresken erst im Jahr 1904 von Eigil Rothe (1868-1929) wiederentdeckt und freigelegt. Von 2004 bis 2006 wurden die Wandmalereien von Isabelle Brajer restauriert.

 


Die Marienkirche von Saeby (dän.: Vor Frue Kirke Sæby) ist eine Stadtkirche im nordjütländischen Saeby, wo zwischen 1510 und spätestens 1523 die Malereien von Vrå unmittelbar vor der Reformation 1536 vom gleichen Meister in ähnlicher Weise aufgetragen wurden. Heute sind die Kopien besser erhalten als das Original, obwohl die Kirche insgesamt siebenmal restauriert wurde, zuletzt 2008. Auch hier kann man drei Merkmale festmachen:
-von der Architektur ist jeder Stein einzeln wiedergegeben
-die Farben basieren so gut wie ausschließlich auf Ocker und Rotenburg
-die Malweise ähnelt zeitgenössischen Blockdruckbüchern
-vor allem die Figuren sind von hoher Qualität, die Physiognomien gekonnt wiedergegeben.

Ingvard Mølbjerg: Satiriske kalkmalerier i Vrå kirke, in: Iconographisk post, 1990, S. 25-29.
Ulla Haastrup (Hrsg.): Danske kalkmalerier: Sengotik: 1500-1536, København 1992.
Ole Holm: Vrå kirke. Om bygningen, inventaret og kalkmalerierne, (Vrå) 1998.
Claus Bernet: Das Neue Jerusalem in Skandinavien, Norderstedt 2015 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 23).

 

tags: Burg, Mittelalter, Frühe Neuzeit, Dänemark
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