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Epitaph der Familie Elver aus der Johanniskirche in Lüneburg (1628)

Mit einer Gesamtgröße von 350 cm Höhe und einer Breite von 214 cm besitzt die evangelische Johanniskirche in Lüneburg eines der größten in einer Kirche erhaltene Renaissance-Epitaph überhaupt. Das gesamte Kunstwerk ist ein Aufbäumen und Protest gegen den unerbittlichen Tod, der auch vor Wohlhabenden und Würdenträgern nicht Halt machte. Im vorliegenden Fall betraf es den Patrizier und Ratsherrn Albert VI. Elver (1574-1628) und seine beiden (nachfolgenden) Ehefrauen Anna Brömse und Gertrud Witzendorff. Das Denkmal war dann eine Stiftung der Witwe, der Tochter Anna Elver und des Schwiegersohns Nikolaus Dusterhop. Obwohl es ein Vermögen gekostet haben dürfte, ist der ausführende Bildhauer namentlich nicht bekannt.
Das Himmlische Jerusalem befindet sich in der dritten und letzten Zone in einem Medaillon, assistiert und bekrönt von drei Engeln. Wie das gesamte Werk ist auch dieser Ausschnitt ausschließlich in Schwarz, Weiß und Gold gefasst. Rechts oben stützt ein Engel den betenden Johannes, der auf die Stadterscheinung links blickt. Dort befindet sich das Himmlische Jerusalem, völlig in Gold gefasst, wodurch sich Unterschiede aus mehreren Metern Entfernung an dem 30 x 30 cm kleinen Objekt nicht erkennen lassen. Zudem ist das Kunstwerk mit einer Patina überzogen und teilweise beschädigt; so etwa fehlt dem linken Engel der Arm. Durch die Draufsicht erkennt man von Jerusalem alle zwölf Tore sowie die Straßenzüge, die zu einem großen Platz in der Stadtmitte führen. Darunter steht in lateinischer Sprache geschrieben: „Liebe. Frieden. Hoffnung. Gerechtigkeit. Siehe, die neuen Mauern Jerusalems im himmlischen Schmuck: diese selige Wohnung erwartet die Frommen nach ihrem Tod.“ Man findet das Kunstwerk am östlichen Pfeiler zwischen dem inneren und äußeren nördlichen Seitenschiff der Johanniskirche. Für Gottesdienstbesucher ist es nicht sichtbar, wohl aber für den Pfarrer vom Chor aus oder von der gegenüber liegenden Orgelempore.

Herbert Hofmann: Epitaph und Totenschild der Renaissance- und Barockzeit, Jena 1922.
Martin Voigt: Die St. Johanniskirche in Lüneburg. Der Erzählschatz mittelalterlicher Kirchen, München 2013.

 

tags: Renaissance, Epitaph, Niedersachsen, Medaillon, Marmor, Patina, Schaden
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