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Wilhelm Buschulte (1923-2013): St. Maria Königin in Kerpen-Sindorf (1957)

In der römisch-katholischen Kirche St. Maria Königin in Kerpen-Sindorf unweit von Köln schuf Wilhelm Buschulte (1923-2013) in Zusammenarbeit mit der Firma Oidtmann im Jahr 1957 mehrere Buntglasfenster. Diese zeigen verschiedene Motive aus der Lauretanischen Litanei. Dieses Thema, auch Maria Immaculata oder Tota Pulchra genannt, war vor allem im 16. Jahrhundert populär und hat seitdem verschiedene Renaissancen erfahren, zuletzt in Deutschland in der unmittelbaren Nachkriegszeit. Diese Nachkriegsarbeiten zeigen lange nicht mehr die Pracht der Renaissance oder des Historismus, sondern sind in Form und Farbe bescheiden. Dafür ist das Fenster von Buschulte ein exzellentes Beispiel. Es besteht nur aus wenigen Glasscheiben und ist überwiegend in einem Blau- und Grünton gehalten.
Dasjenige Fenster mit der Pforte des Himmels befindet sich im Schiff der Kirche, an der Seite rechts, unmittelbar am Eingang. Es ist das erste, auf das beim Betreten der Kirche der Blick fällt. Typisch für Betonglasfenster – eine Mode dieser Zeit – sind die Formen durch starke schwarze Linien auf das Grundsätzliche zurückgeführt. Im oberen und im unteren Bereich erkennt man jeweils drei blaue Quadrate mit einer weißen Füllung: es könnten die Edelsteine oder Perlen der Gottesstadt sein. In der Mitte ist dann die Himmelspforte dargestellt, deren Türflügel weit nach außen geöffnet stehen. In ihrer Mitte erscheint ein schwarzes Kreuz. Im Gegensatz zu der kreisrunden, dynamischen grünen Rahmung ist dieser Bereich farblos und unbewegt.

Die Symbole der Lauretanischen Litanei erschließen sich dem Betrachter nicht leicht, und zusätzlich erschwert die Formensprache Buschultes das Erkennen. Um dem entgegenzuwirken, hat man in die Laibung der tief im Mauerwerk einliegenden Fenster Messingtafeln gesetzt, die die jeweiligen Symbole identifizieren.

Heinz Abts: Magnificat – meine Seele preist die Größe des Herrn. 50 Jahre Pfarrgemeinde und Kirche St. Maria Königin, Kerpen-Sindorf 2006.
Claus Bernet: Spezialband: Himmelspforten vom Mittelalter bis heute (Kirchenfenster und Glasarbeiten, Teil 4), Norderstedt 2018 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 46).

 

tags: Köln, Wilhelm Buschulte, Porta Coeli, Bescheidenheit, Nachkriegskunst, Firma Oidtmann, Rheinland
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