Luis de Riano (1596-1667): Immaculata-Darstellungen (17. Jh.)

Das 128 x 102 cm große Ölgemälde „Virgen Immaculada con San Francisco y San Antonio“ („Die Jungfrau zur Unbefleckten Empfängnis mit dem Heiligen St. Franziskus und dem Heiligen St. Antonius“) wird Luis de Riano (1596-1667) zugeschrieben, der es im 17. Jahrhundert gemalt haben soll. Es ist im Besitz des Franziskanerklosters Santa Catalina im Kunstzentrum Cuzco (Peru). Das Detail der offenen Himmelspforte ist auf dem Werk oben rechts zu finden. Ungewöhnlich ist das grelle, neonartige Gelb, mit welchem die Pforte gefüllt ist, welches auch den Hintergrund neben der Pforte gelblich zu färben scheint.

Luis Nieri Galindo: Pintura en el virreinato del Perú, Lima 1989.

 

Eine weitere Darstellung der Maria Immaculata hat de Riano von seinem Kollegen und Lehrer Seguidor de Angelino Medoro (1567-1633) kopiert. Dies geschah nicht, weil de Riano keine eigene Immaculata-Darstellung eingefallen wäre, sondern weil ein unbekannter Auftraggeber dies nach 1618, aber noch im 17. Jahrhundert, so wünschte. Es handelt sich um ein Ölgemälde aus dem Kloster Recoleta, ebenfalls in Cuzco ansässig. Vor allem die quadratische Civitas Dei ist sehr eng an Medoro angelehnt. Bei der Porta Coeli hat de Riano zwar den Bildaufbau übernommen, der Pforte aber einen moderneren Stil im Barock, fast schon Rokoko, verliehen.

José de Mesa, Teresa Gisbert: El pintor Angelino Medoro y su obra en Sud América, in: Anales del Instituto de Arte Americano e Investigaciones Estética, 5, 18, 1956, S. 23-47.
José de Mesa, Teresa Gisbert: Historia de la pintura Cuzquena, Lima 1982.
Luis Nieri Galindo: Pintura en el virreinato del Perú, Lima 1989.

 

tags: Barock, Rokoko, Maria Immaculata, Franziskaner, Santa Catalina, Cuzco, Peru, geschlossene Pforte, Porta Coeli, Civitas Dei, Kloster Recoleta
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