St. Martin in Pforzheim (um 1430)

St. Martin ist die älteste Kirche von Pforzheim. Das Fresko im Chor der Nordwand mit einer Repäsentation des Weltgerichts ist etwa um das Jahr 1430 entstanden. Die genaueren Entstehungshintergründe oder der Name des Malers wie seine Herkunft sind nicht bekannt. Das Himmlische Jerusalem an der linken Seite (gegenüber einer Höllendarstellung auf der rechten Seite) ist an Darstellungen von Kirchenportalen angelehnt (vgl. etwa das Westportal der Würzburger Marienkapelle): eine Himmelspforte verlängert sich nach hinten und ist zugleich ein Kirchengebäude, das aus drei gestaffelten, sich verjüngenden Zonen besteht. Die oberste Dachzone durchbricht bereits den aufgemalten Rand, wie überhaupt das Gebäude eng in an den Rand eingedrückt wirkt. Direkt vor dem Bau steht Petrus mit einigen Geretteten. Er ist in der Gruppe anhand des Heiligenschein gut auszumachen und schließt mit einer Hand die hölzerne Tür auf. Das Fresko wurde nach Bombenschäden im Zweiten Weltkrieg 1945 neu entdeckt und 1952 durch Manfred Knittel freigelegt. 2013/14 wurde es untersucht und umfassend restauriert. Auch deswegen ernannte die Denkmalstiftung Baden-Württemberg die Kirche zum Denkmal des Monats Dezember 2014. Dennoch sind die Schlagspuren zu erkennen, auch die unten noch zu sehende schwarze Schrift bleibt wohl für immer verloren.

Emil Lacroix: Die Freilegung der Wandmalereien in der Altenstädter Kirche zu Pforzheim, in: Maltechnik, 62, 1956, S. 37-40.
Julia Feldtkeller: Wandmalereien in der Altstadtkirche St. Martin in Pforzheim, in: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 44, 3, 2015, S. 144-149.
Claus Bernet: Denkmalschutz, Denkmalpflege und UNESCO-Weltkulturerbe, Norderstedt 2020 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 47).

 

tags: Rheinland-Pfalz, Fresko, Weltgericht
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