Alonso de Sedano (zugew.): Weltgericht aus San Nicolás de Bari in Burgos (um 1490)

Im spanischen Burgos befindet sich die römisch-katholische Kirche San Nicolás de Bari. Im dortigen Langhaus hat man ein Ölgemälde mit dem Motiv des Weltgerichts angebracht, was dazu führte, dass die Kirche schon 1917 als Nationaldenkmal Spaniens ausgezeichnet wurde. Die mehrere Meter breite und hohe imposante Tafelmalerei in Form eines Bogens besteht aus mehreren Teilen, die auf eine Gesamtgröße von 750 x 420 cm kommen. Experten datieren die Malerei auf die Zeitspanne von 1486 bis 1515, angefertigt möglicherweise von dem lokalen Maler Alonso de Sedano unter dem Einfluss des flämischen Malers Roger van der Weyden. In den linken Zwickel hat der unbekannte Maler eine lebendige Szenerie mit dem Himmlischen Jerusalem gesetzt: Engel mit spitzen, hochragenden Flügeln und dazwischen unbekleidete Menschen stehen gedrängt. Vorne sind sie von einer schützenden Mauer umzogen, vor der sich rechts die Gräber öffnen. Im Hintergrund erhebt sich ein vielgliedriger Turm, auf den zwei weitere symmetrische Türme gesetzt sind. Die Architektur in hellem Rosa und Beigetönen gibt das an Formensprache wieder, was in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts in Mitteleuropa, etwa in Prag, modern gewesen war.

Jesús López Sobrino: La iglesia de San Nicolás de Bari Burgos, Burgos 1990.
Martín Lozano, José Enrique: Credo: Casa de los Sexmos, Iglesia de Santa María, Iglesia de San Martín, Iglesia de El Salvador, Arévalo, Salamanca 2013.
Claus Bernet: Denkmalschutz, Denkmalpflege und UNESCO-Weltkulturerbe, Norderstedt 2020 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 47).

 

Beitragsbild: Rowanwindwhistler, IglesiaDeSanNicolásDeBari20130911115314SAM 3348, CC BY-SA 3.0

tags: Weltgericht, Spanien, Tafelmalerei, Spätgotik, Mittelalter, Plagiat, Kopie
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