Notre-Dame-et-Saint-Paul in Saint-Paul-Trois-Châteaux (um 1220)

Notre-Dame-et-Saint-Paul ist eine ehemalige katholische Kathedrale in der Stadt Saint-Paul-Trois-Châteaux, nördlich von Orange. In der Kathedrale ist Jerusalem zweifach in verschiedener Form thematisiert. Einmal zeigt ein berühmtes romanisches Mosaik das irdische Jerusalem. Dann finden sich auch romanische Wandmalereien, die u. a. das Himmlische Jerusalem zum Thema haben. Dargestellt sind Heilige in Arkadenbögen, deren Säulen sich nach oben zu bunten Türmen des Himmlischen Jerusalems wandeln. An anderer Stelle (hier nicht dargestellt) blicken heilige Fürsten oder – nach den Kronen zu vermuten – Könige von den Zinnen der Stadtmauern.
Leider sind nur Fragmente einer einst umfangreichen Komposition erhalten, die sich an den Wänden um das Kirchenschiff ziehen. Sie stammen aus der Zeit um 1220, als gerade die neu erbauten Innenräume hergerichtet waren. Die Kirche war später nach dem Konkordat von 1801 erst einmal sich selbst überlassen gewesen und verkam zur Bauruine. Heute können die wiederhergerichteten Innenräume als französisches Nationalmonument besichtigt werden.

Félix Vernet: La Cathédrale de Saint-Paul-Trois-Châteaux, Valence 1930.
Raymond Oursel: Saint-Paul-Trois-Châteaux (Drôme), in: Robert Laffont (Hrsg.): Dictionnaire des églises de France, Belgique, Luxembourg, Suisse, II D, Paris 1966, S. 145-146.
Roger Pinet: La cathédrale de Saint-Paul Trois-Châteaux, Lyon (1972).
Saint-Paul-Trois-Châteaux, in: Jean-Maurice Rouquette: Provence romane, La Pierre-qui-Vire 1980 S. 70-122.
Andreas Hartmann-Virnich: Saint-Paul-Trois-Châteaux und Saint-Trophime in Arles: Studien zur Baugeschichte zweier romanischer Kathedralen in der Provence, 2 Bdd., Köln 1991.
Andreas Hartmann-Virnich: La cathédrale Notre-Dame-et-Saint-Paul de Saint-Paul-Trois-Châteaux (Drôme), in: Congrès archéologique de France, 150e session 1992, Moyenne vallée du Rhône, Paris 1995, S. 239-278.

 

tags: Fresken, Romanik, Arkaden, Kathedrale
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