Hubert Janning: Tabernakel aus St. Petrus Canisius in Haste (1966)

Einen modernen Tabernakel besitzt die Kirchengemeinde St. Petrus Canisius in Haste bei Hohnhorst westlich von Hannover im Landkreis Schaumburg. Dort wurde 1966 eine römisch-katholische Kirche neu errichtet. Der Tabernakel aus Bronze auf einem rosafarbenen Steinsockel steht vor dem linken vorderen Kirchenfenster. Mit seiner Betonung der Vertikalen, die am oberen Abschluss an Zinnen oder auch Hochhäuser erinnert, wird der Gedanke der Gottesburg aufgenommen. An den Rändern ist das Kunstwerk auch immer wieder durchbrochen und gibt den Blick auf den Hintergrund frei. Gleichzeitig erinnert das Objekt manchen Betrachter an Schaltkreise, ein in den 1960er Jahren in der Kunst populäres Thema – hier ist es einmal von der Sakralkunst aufgenommen worden.
Die Flügeltüren des Tabernakels sind mit zwölf verschiedenen grünen, violetten und gelben Halbedelsteinen geschmückt. Das Zentrum ist durch konzentrische Kreise betont, die leicht in die Bronze eingearbeitet wurden. Das Kunstwerk stammt von dem Bildhauer Hubert Janning (geb. 1929) aus Münster-Angelmodde.

Eine katholische Pfarrgemeinde und ihre beiden Kirchen: St. Konrad von Parzham, Bokeloh/Mesmerode und St. Petrus Canisius, Hohnhorst, herausgegeben zum 25-jährigen Kirchweihfest der Pfarrkirche St. Petrus Canisius in Hohnhorst am 28. Juni 1992, Stadthagen 1992.
Maria Kapp: St. Petrus Canisius in Hohnhorst. Ein nachkonziliarer Kirchenbau, in: Jahrbuch für Geschichte und Kunst im Bistum Hildesheim, 82/83, 2014/15, S. 298-299.
Claus Bernet: Der Tabernakel und das Neue Jerusalem, Norderstedt 2015 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 34).

tags: Tabernakel, Bronze, Niedersachsen, Moderne
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