Altarbild der Johanniskirche zu Mainbernheim (1732)

Die evangelisch-lutherische St. Johanniskirche im fränkischen Mainbernheim besitzt ein repräsentatives Himmlisches Jerusalem. 1732 wurde unter Pfarrer Magister Johann Gebhardt (gest. 1756) die heutige Kirche erbaut, und zu den originalen Ausstattungsstücken zählt u.a. das Gemälde des Himmlischen Jerusalem. Laut Kirchenüberlieferung soll es sich dabei angeblich um das ehemalige Altarbild handeln. Diese prominente Zuweisung würde Sinn machen, da die Kirche Johannes geweiht wurde. Heute findet man es rechts vom Altar über dem Eingang zur Sakristei. Im Jahr der Erbauung zogen am 10. August salzburgerische Emigranten durch Mainbernheim, und womöglich brachten sie das Motiv des Himmlischen Jerusalem mit in die Kirche.
Auf dem Gemälde sind unten Johannes und die Gottesstadt zu sehen. Um das mittige Lamm Gottes sind zahlreiche zeittypische Wohnbauten gereiht, die von barocken Eingangstoren, geschmückt mit Perlen, begrenzt sind. Unter den Toren hat der Maler geschrieben: „Offenbar. Iohan. 21. Cap.“ An den Ecken sind Türme mit roten Kuppeldächern zu finden, die entfernt an das Moritzburger Schloss erinnern, das von 1723 bis 1733 unter Leitung von Matthäus Daniel Pöppelmann seine heutige Gestalt erhielt.
Das Stadtinnere, das häufig systematisch und unbelebt dargestellt ist, findet sich hier einmal belebt und urban. Durch eine Wolke getrennt ist darüber die ewige Anbetung dargestellt, wobei Adoranten, zahlreiche Harfenspieler und das Lamm Gottes (zum zweiten Mal dargestellt) um den Thron Gottes geschart sind. Gott selbst hat das Buch mit den Sieben Siegeln geöffnet, womit der Bogen zu der unteren Szene geschlagen ist.

(Michael Wehrwein): Die Evang.-Luth. Kirchengemeinde Mainbernheim stellt sich vor. Festschrift anläßlich der Einweihung des Gemeindehauses in Mainbernheim, Mainbernheim (1982).
Kurt Kraus: Die Evang.-Luth. Kirche Mainbernheim. Eine Dokumentation zur Erinnerung an die 260-jährige Wiederkehr der Einweihung der Evang.-Luth. St. Johanniskirche, Mainbernheim 1993.

 

tags: Unterfranken, Pietismus, Altar, Lamm
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