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Fensterrose der Kathedrale Santa Maria in Solsona (um 1840)

Die gewaltige Fensterrose der römisch-katholischen Kathedrale Santa Maria in Solsona (Katalanien) präsentiert verschiedene marianischen Symbole nach der Lauretanischen Litanei, man findet die mystische Rose, das goldene Haus und anderes.
Das im Uhrzeigersinn fünfte von sechs Symbolen führt den Betrachter die Ianua Coeli vor Augen, also die Himmelspforte. So jedenfalls teilt es das Spruchband in lateinischer Sprache mit. Über und unter dem Spruchband sind einige Wolken eingefügt, darauf thront eine klassizistische Pforte. Sie scheint offen zu sein, man sieht durch das Tor das Blau des Hintergrunds. Die Pforte ist an klassizistische Triumphtore angelehnt, wie sie im 19. Jahrhundert in Mailand, Paris und anderen Metropolen Europas populär waren. Ebenso wichtig wie das Symbol war für den Glaskünstler die aufwendige Girlande um das Rundfenster. Dies alles ist mit relativ wenigen Glassteinen zusammengefügt und ergibt aus dem Kirchenschiff ein fließendes Bild, wie von einer Malerei.
Die Kirche Santa Maria in Solsona wurde 1810 im Unabhängigkeitskampf teilzerstört. Vermutlich setzte man die einfachen Buntglasfenster im Zuge der Wiederherrichtungen um 1840 in die erhaltene gotischen Rahmungen ein.
Leider kennen wir den Glaskünstler dieses Fensters nicht namentlich, wie überhaupt die ganze kunstgeschichtliche und historische Erforschung dieser nicht unbedeutenden Kathedrale eine Katastrophe ist; nicht einmal einen kleinen Kirchenführer konnte ich vor Ort erwerben.

Ramon Riu y Cabanas: Memoria histórica de la Imágen de Nuestra Señora del Claustro que se venera en la iglesia catedral de Solsona, Lérida 1891.
Claus Bernet: Kirchenfenster und Glasarbeiten, Teil 2, Norderstedt 2014 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 16).

 

Beitragsbild: PMRMaeyaert, Solsona, catedral-PM 23690, CC BY-SA 3.0

tags: Fensterrose, Porta Coeli, Maria Immaculata, Katalanien, Spanien, Klassizismus
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