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Lodovico Pogliaghi (1857-1950): Portal des Mailänder Doms (1906)

Der Mailänder Dom wurde seit Jahrhunderten von den besten Künstlern Oberitaliens ausgestattet. Das imposante Meisterwerk der Lombardei wurde 1572 durch Karl Borromäus (1538-1584) auf den Namen Santa Maria Nascente geweiht. Um 1880 kam der Wunsch auf, dieses Maria geweihte Bauwerk nun auch mit einer Lauretanischen Litanei auszustatten. Dazu hatte man die Portallaibung des Domes vorgesehen, die dann mit unterschiedlichen marianischen Symbolen, darunter auch eine offene Himmelspforte, von dem Bildhauer, Dekorateur und Maler Lodovico Pogliaghi (1857-1950) in Marmor bearbeitet wurde. 1895 hatte er bereits einen Preis für die Ausführung der Portaltüren des Mailänder Doms erhalten. Die nun folgenden Marmorarbeiten gilt als sein Hauptwerk, ausgeführt im vegetabilen Jugendstil. Sein für eine Außenfassadenarbeit auch heute noch erstaunlich gut erhaltenes Werk konnte 1906 abgeschlossen werden. Es zeigt eine klassizistische Pforte, geschmückt mit zwei Engelsköpfen an den Seitenpilastern und mit einem gesprengten Giebel, über den ein achtstrahliger Stern gesetzt ist, ebenfalls ein Symbol Mariens. Von unten führen mehrere Treppen in das Innere des offenen Bauwerks. Dort stehen nicht etwa Engel, Heilige oder Christus, sondern es winden sich Lorbeerblätter seitlich durch das Tor.

Lodovico Pogliaghi, a cura del Comitato per le Onoranze. Presentazione di Achille Marazza. Note critiche e biografi-che di Ugo Nebbia e saggi vari, Milano 1959.
Ernesto Brivio: Der Mailänder Dom, Mailand 1976.
Franco Negrini: I sacrari dei Martiri di Ludovico Pogliaghi, in: Civiltà Mantovana, N. S., 12, 1986, S. 191-200.
Il duomo di Milano: Dizionario storico, artistico e religioso, a cura di Giulia Benati e Anna Maria Roda, Milano 2001.
Claus Bernet: Jugendstil, Secession, Art nouveau, Norderstedt 2013 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 7).

 

tags: Portal, Jugendstil, Mailand, Dom, Italien, lauretanische Litanei
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