Ernst Strom (1929-2019): Wandbild in „Zum kostbaren Blut Christi“ in Vaterstetten (1995)

Das von Ernst Strom (1929-2019) aus Vaterstetten gestaltete Wandbild zeigt in freier Interpretation die Frontalansicht einer aufragenden, vieltürmigen Stadt. Die Häuser, Türme, Mauern und Tore sind auf einfache, geometrische Grundformen reduziert. Die leuchtenden, goldgelben und orangen Farben vermitteln etwas von dem transzendenten, glanzvollen Erscheinungsbild der Gottesstadt. Der quadratische Tabernakel unten (ein Werk des Bildhauers Klaus Backmund, 1929-2020) ist in die Konzeption einbezogen und ist, laut Strom, „Sinnträger der urbs aeterna“. Strom erklärt dazu: „Der Tabernakel ist der eigentliche Zugang in das Neue Jerusalem, an dem wir über das Abendmahl teilhaben. Daher habe ich ihn als ein Haupttor in mein Gemälde mit einbezogen. Es gab auch die Überlegung, das Wasser des Lebens direkt zu dem Tabernakel zu führen, aber das überzeugte mich theologisch nicht. Nach oben bildet er mit dem Lamm eine Einheit: unten Christus im Abendmahl, in der Stadt Christus durch das Kreuz versinnbildlicht und oben Christus als Lamm“. Folgerichtig wird oben die himmlische Stadt überragt von einem monumentalen, turmähnlichen Thron mit dem österlichen Lamm, das von einem kreisenden Lichtschein gleich einer Leuchte (Apok. 21, 23) umgeben ist – das aufrecht stehende Lamm symbolisiert den auferstandenen Christus.
Das Wandgemälde wurde in der katholischen Pfarrkirche „Zum kostbaren Blut Christi“ in Vaterstetten, die 1950 bis 1952 erbaut wurde, im Jahre 1995 angebracht, im Rahmen einer Verschönerungsaktion des ansonsten kargen, weißen Innenraums.

Hans-Jürgen Dennemarck: Vaterstetten: Neubau Pfarrzentrum mit Kindergarten, Hort, Krippe und Kirchplatz Pfarrei zum kostbaren Blut Christi 2010, München 2011.
Claus Bernet: Der Tabernakel und das Neue Jerusalem, Norderstedt 2015 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 34).

 

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