Walter Schimpf (1928-2007) und Günther Anton: Buntglasfenster aus der Michaelskirche in Eltingen (1989)

Im Jahr 1988 feierte die evangelische Michaelskirche in Leonberg-Eltingen im Einzugsbereich von Stuttgart das fünfhundertjährige Jubiläum. Aus diesem Anlass beschloss die Gemeinde damals, den Chorbereich mit Buntglasfenstern von Walter Schimpf (1928-2007) aus Leinfelden-Echterdingen und Günther W. Anton, ein Eltinger Kunstglaser, auszustatten. Die neuen Fenster wurden dann am 16. April 1989 eingeweiht. Zuvor hatte die Gemeinde intensiv diskutiert, welche Motive zu sehen sein sollten. Aus dieser Findungsphase hat sich ein originaler handbeschriebener Entwurf des Künstlers erhalten, der heute im Kirchenschiff ausgestellt ist.


Das äußere, rechte Chorfenster zeigt das „Weib aus der Apokalypse“, traditionell als Maria gedeutet, mit dem Jesuskind. In der linken Fensterbahn sind Engel dargestellt, die sich zur Stadt bewegen, in der rechten Fensterbahn ein Reiter. Über diese verschiedenen Figuren kann man eine herausragende Ecke der Stadtmauer des Himmlischen Jerusalem mit offenen Toren und dem Edelsteinfundament sehen. Diese Ecke ist über drei Fensterbahnen verteilt. Man bekommt jedoch nur einen Teil der Stadt präsentiert, das meiste der Stadtanlage bleibt hinter dem oberen spätgotischen Maßwerkfenster verborgen und soll bewusst noch nicht sichtbar sein. Für dieses Fenster haben Schimpf und Anton kräftige Farben ausgewählt, überwiegend erdige braune und ockerfarbene Töne, dann auch blaues Glas. Die Fenster sind aus relativ wenigen Scheiben gesetzt, so dass ein etwas schematischer Eindruck entsteht, wobei Figuren und andere Details auf dem Glas zeichnerisch nachbearbeitet wurden.

Volker Trugenberger: Die Michaelskirche in Eltingen. Kirche und Kirchgänger im Laufe der Jahrhunderte, Leonberg-Eltingen 1988.
Claus Bernet: Kirchenfenster und Glasarbeiten, Teil 2, Norderstedt 2014 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 16).

 

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