Angela Gsaenger (1900-1989): Christuskirche in Sulzbach-Rosenberg (1956-1958)

Das Mosaik an der Altarwand in der evangelischen Christuskirche Sulzbach-Rosenberg (Oberpfalz) zeigt das Himmlische Jerusalem als Bild für Gottes künftige, ewige Welt. Mosaikbilder werden nun nicht allein durch Farben belebt, sondern auch durch die Eigenart der Plattenoberfläche, die wie hier, unterschiedlich geschliffen, poliert und stumpf gestaltet ist. Durch den häufigen Wechsel der Plattengröße, durch verschiedenen Plattenzuschnitt und durch Äderungen im Marmor entsteht dieser belebter Eindruck. Die Marmortafeln in 53 Farbtönen stammen aus sieben europäischen Regionen: blaugrau aus Bayern (Würzburg), gelbrosa und grün aus Österreich, rot und weißgrau aus Italien, rotbraun aus Serbien, schwarz aus Belgien, weiß aus Mazedonien, usw. 1.100 Farbtafeln wurden für das Kunstwerk benötigt, vorwiegend in akropolisweiß, perlblaugrau, cristalloweißgrau, tempelbruchbeige und muschelkalk-goldbandgrau.


Entworfen wurde das Altarmosaik 1956 von Angela Gsaenger (1900-1989), der Tochter von Gustav Gsaenger (1900-1989), dem Architekten der Christuskirche. Ausgeführt wurde es 1958 von der Firma Kiefer aus München. Ihr Mosaik will den Leidensweg Christi und, im übertragenen Sinn, den Weg der Gemeinde zum Ziel der Kirche ausdrücken. Das Kreuz Christi erstrahlt in verklärtem Licht und bildet eine Brücke zu den weit geöffneten Toren der friedvollen Stadt. Diese sechs Tore fallen als goldene Rechtecke besonders auf, sie sind einfach gestaltet, aber doch höchst wirkungsvoll gesetzt. Parallel zu dieser Arbeit entstand eine ähnliche Mosaikarbeit der Künstlerin für die Lukaskirche in Wolfsburg.

Roland Kurz (u. a.): Zur Ehre Gottes – 50 Jahre Christuskirche Sulzbach-Rosenberg, Sulzbach-Rosenberg 2008.
Claus Bernet: Mosaike, Norderstedt 2015 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 33). 

 

Eine weitere Fassung, die jedoch die Stadt ohne die goldenen Tore zeigt, entstand parallel zu den anderen genannten Arbeiten in Münchens evangelischer Kirche St. Matthäus. Wieder handelt es sich um ein Altarmosaik im Chorbereich, dass der Vater 1955 entworfen hat und das von der Tochter 1956 gestaltet wurde.

 

 

tags: Angela Gsaenger, Oberpfalz, Bayern, Altar, Nachkriegszeit
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