Hans Günther Schmidt: Betonglasfenster in St. Johannes Evangelist in Mainz (1968)

St. Johannes Evangelist heißt die römisch-katholische Kirche im Mainzer Ortsteil Münchfeld, die dem Evangelisten Johannes geweiht ist. Sie wurde in Stahlbeton und Glas im Jahr 1968 unter dem Pfarrer Hans Brantzen (Gemeindepfarrer von 1964-1979) fertiggestellt. Auch die Fenster des Neubaus sind im damaligen Brutalismus-Stil gehalten und zeigen vor allem Umrisse und grobe Formen. Der Bilderzyklus des Kircheninneren, der die Apokalypse zum Thema hat, kulminiert in der Darstellung des Neuen Jerusalems rechts neben dem Eingang. Unten sind zwölf farbige Steinkreise angebracht. Sie spielen in ihrer Farbigkeit auf die zwölf Edelsteine als Grundsteine des Himmlischen Jerusalem an, wie auch zugleich auf die zwölf Stämme Israels. Darüber ist das weiße Lamm Gottes gesetzt, welches nach links zurückblickt. Ganz oben sieht man in einem eigenen Bildfeld noch mehrere übereinander gesetzte Blöcke in goldenen und silbernen Farbtönen; es sind die Bauten der göttlichen Stadt. Auffällig sind die kleinen Glassteine, die in Mosaiktechnik gesetzt wurden, und die breiten, schwarzen Ränder der Figuren.

 

Entworfen wurde das Fenster durch den ansonsten wenig bekannten Glaskünstler Hans Günther Schmidt aus Baiersbronn, der zuvor die Fensterwand von St. Johannes Evangelist (Niederstetten) gestaltet hat (1965/66). In Mainz orientierte er sich an die Ausführungen von des Kunsthistorikers Oscar Doering in seinem Band „Christliche Symbole“ (1933), der einst für die Ikonographie von Einfluss war. Trotz hochwertiger Arbeiten war später von Schmidt im Kirchen- und Kunstbereich nichts mehr in Erfahrung zu bringen.

Hans Brantzen, Johannes Hoffmann: 25 Jahre Pfarrgemeinde St. Johannes Evangelist Mainz, 1955-1980, Mainz 1980. 
Pfarrgemeinde St. Johannes Evangelist Mainz, Mainz 2003.

 

tags: Brutalismus, Mainz, Rheinland-Pfalz, Moderne, Glaswand
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