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Hubert Schaffmeister (1928-2012): St. Matthias in Hackenberg (1980)

Ende der 1970er Jahre entschied man sich für einen Kirchenbau in dem stark gewachsenen Ortsteil Hackenberg (Bergneustadt, Oberbergischer Kreis, NRW). Die römisch-katholische Kirche bekam den Namen St. Matthias. Für alle Fenster trug Hubert Schaffmeister (1928-2012) aus Bad Münstereifel Verantwortung, in Zusammenarbeit mit der Manufaktur Derix in Taunusstein.


Der Künstler schuf 1980 eine Kombination aus Fenstern mit geometrischen und solchen mit figürlicher Darstellung. Das Thema Opfer sollte bei zwei Fenstern thematisiert sein, einmal bei der Opfergabe des Melchisedek, dann bei dem Opferlamm im Himmlischen Jerusalem. Man findet letzteres an der Westwand dem Altar gegenüber. Dort ist das Opferlamm selbst nur indirekt präsent, wenn man es sich über dem Fenster im vollständigen Neuen Jerusalem vorstellt. Von der Stadt ist nämlich nur ein Teil gezeigt, genaugenommen zwei Mauerzüge, besetzt mit drei grünen und fünf roten Toren. Das sind bereits acht Stadttore, stellt man sich die weiteren Tore vor, wird klar, dass sich damit kein Quadrat ergeben kann; der Ausschnitt ist lediglich eine Andeutung, die man nicht wörtlich nehmen darf. Der Künstler erklärt dies wie folgt: „Die Herrlichkeit dieser Stadt ist mit menschlichen Möglichkeiten nicht darstellbar , das sollte auch gar nicht versucht werden. Das Lamm, Edelsteine, Perlen usw. sind lediglich Bilder der Menschen vor zweitausend Jahren, die man heute anders übersetzen müsste. Daher ist die Blickrichtung der Christusfigur entscheidend: sie macht deutlich, dass wir jetzt erst in Teilen, aber in Zukunft das Ganze verstehen werden. (…) Rot und Grün als Farben der Tore wählte ich, um dem Bild eine Farbharmonie zu geben. Statt grüner wären auch blaue Tore möglich, nicht aber unterschiedliche Farben, was Unruhe in das Bild der Stadt gebracht hätte. Mir war es wichtig, nicht theologische Aussagen zu machen, sondern mit kompositorischen und farblichen Lösungen die Harmonie, die Ruhe, den Frieden anzudeuten. Auch hier gilt: auf Erden nur in Teilen möglich“.


Die angesprochene Christusfigur gehört zu einer Madonna, die silbergrau wie eine Grisaille das Neue Jerusalem zu tragen scheint. Sie thront mit einem Fuß auf einer Mondsichel. Das ist ein uraltes, heute auch umstrittenes Symbol des (angeblichen) Sieges des neuen christlichen Glaubens über andere Religionen.

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tags: Oberbergischer Kreis, NRW, Mondsichel, Madonna
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