Helmut Kästl: Fenster der Münchner Priesterseminarkapelle (1983)

Das Glasfenster mit dem Titel „Offenbarung des Johannes/Das himmlische Jerusalem“ von 1983 ist eine Arbeit aus transparentem, opalisierendem Echt-Antikglas mit einer Bleiverglasung. Man findet sie im Chor der römisch-katholischen Kapelle des Münchner Priesterseminars.
Das Fenster besitzt eine Größe von 210 x 210 Zentimeter. Angefertigt wurde es von Helmut Kästl (geb. 1934), der ein Jahr zuvor zum Mitglied der Ausstellungsleitung des Münchner Hauses der Kunst ernannt worden war. Mit dieser Arbeit hat Kästl erstmals der Öffentlichkeit seine künstlerische Vorstellung von der Gottesstadt nach der Johannesapokalypse präsentiert.
Die heilige Stadt in figürlicher Darstellungsweise ist gut zu erkennen, sie grenzt sich mit außen weißen und innen gelben Farbtönen von der blauen Umgebung des Firmaments und des Wassers ab. Unten sehen wir in der Mitte den Lebensfluss, der aus der Stadt darüber entspringt. Zwölf Rundbogentore besitzt sie, drei an jeder Seite. Die südlichen und nördlichen sind gut zu erkennen, die übrigen sechs Tore sind durch eine horizontale Strebe teilweise verdeckt. Unter jedem Tor ist das Edelsteinfundament mittels einer mattfarbigen Buntglasscheibe angedeutet. Das Zentrum der Stadt schimmert gelb-golden, figürlich scheint es nicht besetzt zu sein, wie auch andere belebende Elemente, wie etwa das Lamm Gottes, Heilige oder Engel hier nicht aufgenommen wurden. Bewegung entsteht hier allein durch die mutierenden Formen und die Farbtöne, wie etwa eine rötliche Linie, die sich mittig von oben nach unten durch die Stadt zieht. Um was mag es sich dabei handeln? 

Claudius Stein: Das Priesterseminar Georgianum in München. Zur Geschichte des herzoglichen Seminars und seines Archivs, in: Amperland, 47, 1, 2011, S. 161-164.
Das farbige Licht. Helmut Kästl – Werke der Glasmalerei, Pfarrkirchen 2010.

 

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