Alain Makaraviez und Edwige Walmé: Kathedrale von Clermont-Ferrand (1981)

In einer eher traditioneller Manier zeigt ein blaugetöntes Glasfenster, wie ein übergroßer Engel das Himmlische Jerusalem ausmisst. Es ist eine gewaltige weiße Figur mit roten Flügel, welche sich entlang des oberen gerundeten Abschlusses des Fensters ziehen. Darunter setzen unmittelbar die Dachanlagen der Stadt an, mit Einzelheiten wie Wetterfähnchen und Dachschindeln. Die verschiedenfarbigen Streifen der drei Tore vereinen sich zu einem blockartigen Bau. In ihrer rustikalen Ausgestaltung mit Diamantquadern verweisen sie auf Edelsteine, auch wenn die Zahl zwölf hier keine Rolle spielt. Dies ist jedoch bei der Zahl der Engel der Fall, die in den Toren stehen. Jede dieser Figuren ist wie der große Engel von oben gestaltet. Vermutlich steht in jeden der drei Tore auf vier Seiten jeweils ein solcher Engel. Die zwei kleinen Dächer an der linken und rechten Seite belegen die angedachte Quadratform der Anlage. Diese Stadt, die auf Wolken schwebt und von Sternen umgeben ist, erinnert an mittelalterliche Apokalypsedarstellungen aus Miniaturen Englands oder Frankreichs, bezieht sich aber auf keine konkrete historische Abbildung. Das Fenster befindet sich in der Kathedrale von Clermont-Ferrand (Region Auvergne-Rhône-Alpes) und wurde 1981 von Alain Makaraviez (geb. 1936) und Edwige Walmé ausgeführt. Hauptfarben sind auch hier ein Rot und Blau, was schon seit dem Mittelalter nicht nur die Farben Mariens, sondern auch die des Himmlischen Jerusalems waren und sind.

Anne Courtillé: La cathédrale de Clermont, Nonette 1994.
Jean-François Luneau: Les vitraux de la cathédrale de Clermont-Ferrand, Session/Congrès Archéologique de France, 158, 2000, S. 153-157.
Claus Bernet: Kirchenfenster und Glasarbeiten, Norderstedt 2013 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 6).

 

tags: Engel, Maßstab, Auvergne-Rhône-Alpes, Frankreich
Share:
error: