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1968, Warstein, Sauerland, NRW, Vinzenzkapelle in der LWL-Krankenhaus, Erentrud Trost 1 © Claus Bernet

Erentrud Trost (1923-2004): Warsteiner Krankenhauskapelle (1968)

In Warstein, südlich von Paderborn, wurde im Jahr 1968 in der Klinik des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe eine römisch-katholische Kapelle eingerichtet. Sie wurde dem Heiligen Vinzenz geweiht. Kapellen in Krankenhäusern führen oft diesen Namen an und beziehen sich auf den Heiligen und Priester Vinzenz von Paul oder Vinzenz Depaul (1581-1660). Dieser war ein Pionier auf dem Gebiet der Armenfürsorge und der Krankenpflege, er gilt auch als Begründer der neuzeitlichen Caritas.

In Warstein sollen die Kranken von dem Bild des Himmlischen Jerusalem Trost und Zuversicht, wenn nicht gar Heilung erhalten. Das Fenster wurde von Erentrud Wilhelmine Trost (1923-2004) geschaffen. Es zeigt uns das Lamm Gottes vor einer Front von ähnlich gestalteten Toren, die sich wie eine Mauer auf breitem Fundament aneinander gereiht haben. Ungewöhnlich ist die Anordnung: vier weiße Tore an den jeweiligen Seiten, die schräg nach oben verlaufen, vier weitere direkt unter dem Lamm. Über dem Lamm wurde auf Tore verzichtet, hier hat Trost sieben Augen aufgesetzt, also ein Motiv aus dem Apokalypsetext. Der kleine Ausschnitt ist ein Detail eines umfangreichen Lichtbandes zur Apokalypse, gefertigt aus blauem und gelbem Antikglas, Blei sowie aus Schwarzlot.

Andreas Mueller-Andriessen: Geschichte der Westfälischen Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Warstein, in: Ver-rückte Welten, Hrsg. vom Westfälischen Schieferbergbau- und Heimatmuseum, Schmallenberg-Holthausen 2002, S. 169-178.
Leonie M. Meyenberg: Als Gestalterin von Kirchenfenstern bekannt geworden, in: Die Paderquellen, 43, 2004, S. 163-164.
Claus Bernet: Kirchenfenster und Glasarbeiten, Norderstedt 2013 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 6).

 

tags: Sauerland, NRW, Krankenhaus, Erentrud Trost, Lamm, Augen
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