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Nikolaus Bette: Chorfenster aus St. Marien in Radevormwald (1973)

Der Bottroper Glasmaler Nikolaus Bette (geb. 1934) schuf im Jahr 1973 das südliche Fenster der Westseite im Chorraum der römisch-katholischen Kirche St. Marien in Radevormwald im Bergischen Land. Es war damals ein Auftrag des Erzbistums Köln. Grundfarben sind auch hier ein Rot und ein Blau, die seit dem Mittelalter nicht nur die Farben Mariens, sondern auch die Farben des Himmlischen Jerusalem sind. Im oberen Drittel des Fensters befindet sich das Agnus Dei im Himmlischen Jerusalem. In der rechteckigen, nicht quadratischen Stadt entspringt der Lebensstrom und fließt zum Lebensbaum im unteren Drittel des Fensters. Dieses Drittel besteht, wie die Fenster darüber, aus jeweils sechs gereihten Waben aus Betonformsteinen, die die figurative Malerei dahinter schwebend erscheinen lassen.

Auffällig ist, dass auch hier Teile der Fensterkonstruktion die Malerei durchbrechen und störend wirken. Mit Leichtigkeit wäre es möglich gewesen, die Stadt quadratisch etwas höher über die zweite Quersprosse zu setzen. Die störenden Durchbrechungen, die hier sogar das Lamm Gottes zweiteilen, findet man nicht nur bei dieser frühen Arbeit von Bette. Sie rühren daher, dass die Entwurfszeichnungen nur die Länge und Breite des Fensters aufnehmen, die Binnenstruktur jedoch völlig außen vor lassen. Vor Ort ist dann nicht mehr der Meister präsent, sondern eine Glasmanufaktur, die beim Einsetzen der Einzelteile auf die Gesamtkonzeption keinen Einfluss mehr nehmen kann.

Paul Fingerhut: Katholische Pfarrkirche St. Marien in Radevormwald: Funktionen bestimmen die Architektur, in: Ockenfels-Journal, 7, 1998.
Burghard Preusler: Nikolaus Bette ist 70, in: Das Münster, 57, 2004, S. 368-370.
Claus Bernet: Kirchenfenster und Glasarbeiten, Teil 2, Norderstedt 2014 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 16).

 

tags: Rot, blau, Nikolaus Bette, Bergisches Land, Beton
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