Hans Lünenborg (1904-1990): St. Pius in Köln-Zollstock (1986)

Das große monumentale Fenster auf der rechten Seite des Chorraums der römisch-katholischen Kirche St. Pius in Zollstock (einem Stadtteil von Köln) wurde nach Entwürfen des Malers und Glaskünstlers Hans Lünenborg (1904-1990) gestaltet und eingebaut. Es wird von der Gemeinde als „Himmlisches Jerusalem“ oder auch als „Tor in die Zukunft“ bezeichnet. Vom Material gesehen besteht es aus gelben und blauem Antik- und Strukturglas, dann auch aus Blei, Schwarzlot und vereinzelten Glasbrocken.
Vorherrschend in diesem Fenster, das im Jahr 1986 eingebaut werden konnte, sind Elemente einer gotischen Kathedrale, die in braungelben und blauen Farben angedeutet sind. So erinnert die Struktur an Filialen, mit Krabben besetzt. Diese Filialen wurden jeweils in die fünf vertikalen Bahnen eingesetzt, die dieses Fenster strukturieren. Blaue Scheiben deuten den Himmel im Hintergrund an.
Der untere Teil des Fensters besteht am Abschluss zum Boden aus kristallenen Stücken, die möglicherweise das Erdinnere anzeigen. Darüber hebt sich die Zeichnung einer Landschaft mit gewellten Hügeln. In der Richtung von unten nach oben sollen die Fenster den Vorgang der Verwandlung andeuten, der die gesamte Schöpfung einmal zur Gottesstadt führen oder transformieren wird. Die Fenster gehen zurück auf Entwürfe Lünenborgs bis in das Jahr 1958 und belegen die genaue Orientierung am Entwurf des Künstlers, wenngleich sie aus verschiedenen Gründen erst nach etwa dreißig Jahren eingebaut werden konnten.

Katholische Pfarrgemeinde St. Pius, Köln-Zollstock, Köln 1977.
Angela Wilms: Hans Lünenborg, Bergisch Gladbach 1987.
Claus Bernet: Kirchenfenster und Glasarbeiten, Teil 2, Norderstedt 2014 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 16).

 

tags: Hans Lünenborg, Köln, Rheinland, Neogotik, Chor, Glasbrocken
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