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Nikolaus Bette: Domfenster zu Paderborn (1982-1988)

Die neue Fensterverglasung des Paderborner Domes in den Jahren 1982 bis 1988 bildet den eigentlichen Höhepunkt und Abschluss der Renovierungen der Zeit davor. Für insgesamt neun riesige Fenster beauftragte man Nikolaus Bette (geb. 1934), der die Kirche als pilgerndes Volk Gottes darzustellen hatte. Die Verglasung gilt als das Hauptwerk von Bette. Das fünfte und letzte Fensterkompartiment im nördlichen Seitenschiff hat auf vier Bahnen das Himmlische Jerusalem mit dem stehenden Lamm in der Mitte der Stadt zum Thema. Es ist ein gewaltiges Glasmosaik und Bette stellt die himmlische Stadt ganz anders dar als auf seinen früheren, mehr figürlichen Arbeiten (etwa in der Marienkapelle in Verl, um 1998). In Paderborn ist an jeder Himmelsrichtung ein Haupttor mit drei Engeln, Perlen und Zugängen in das Innere zu finden. Die zahlreichen Verstrebungen und Knotenpunkte eines gewaltigen Gitters basieren auf den Hauptfarben Rot und Gelb. Auf einer weiteren vierten Bahn rechts außen ist im unteren Bereich ein Engel mit dem Maßstab und Johannes auf Patmos zu sehen, welche die gegenüber liegende Stadterscheinung bestaunen. Parallel zu diesen Figuren hat Bette links drei Bildfelder eingeschoben. Diese zeigen Szenen aus der Apokalypse mit Ereignissen, die sich vor dem Erscheinen der Gottesstadt abspielen. Das Paderborner Monumentalfenster ist eine der größten Darstellungen der Gottesstadt, die jemals als Kirchenfenster geschaffen wurde und fand in der Sakralkunst international Beachtung.

Uwe Lobbedey: Der Paderborner Dom, München 1990.
Margarete Niggemeyer: Bilder und Botschaften – Der Dom zu Paderborn als Sehschule des Glaubens, Paderborn 1996.
Claus Bernet: Klassiker des Himmlischen Jerusalem, Norderstedt 2012 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 1).

 

tags: Dom, Paderborn, Nikolaus Bette, Pilger, Lamm, Gitter, Monumentalfenster
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