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Paul Franz Bonnekamp: St. Peter und Paul in Eschweiler (1955)

Paul Franz Bonnekamp (1925-2011), ein ansonsten wenig bekannter Künstler aus Inden im Kreis Düren, gestaltete im Jahr 1955 ein Fenster, welches unten links Petrus und rechts Paulus zeigt. Darüber hat das Künstler in einem bereits vorhandenen neogotischen Dreipass ein Himmlisches Jerusalem in Form eines antiken Tempels gesetzt. Unten steht ein weißlich-rosafarbener Portikus mit acht Säulen und einem Dreieckgiebel. Darüber erhebt sich eine moderne Kuppel in gelber, blauer und roter Farbe: dies soll den „Sieg“ des christlichen Glaubens und der Kirche über die heidnischen Götter und ihre Tempel symbolisieren.

Eine typische Vorstellung, die das Christentum lange Zeit prägte: statt im Ausgleich und in Harmonie mit anderen Religionen zu leben, geht es um Kampf und vermeintlichen Sieg.
Eine so gut wie unsichtbare Besonderheit bieten die beiden Seitenbauten neben dem Tempel. Links, auf dem hellgrünen Anbau, ist eine rundbogige Himmelspforte eingezeichnet. Rechts, auf dem hellblauen Anbau, hat Bonnekamp das Jerusalemkreuz (mit Kruckenkreuz) eingefügt. Das Fenster wurde aus mintfarbenem Antikglas, Blei und Schwarzlot angefertigt. Es befindet sich über dem Eingang der römisch-katholischen Kirche St. Peter und Paul in Eschweiler, einer Stadt bei Aachen. Dort ist der Bau einer der ältesten Kirchen im Bistum Aachen. Der Bau war durch mehrere Bombentreffer schwer zerstört und wurde bis 1975 in mehreren Etappen wieder aufgebaut. Von einen dieser Etappen zeugt diese hochwertige Glasarbeit.

Heinrich Kirschbaum (Hrsg.): Die Pfarrgemeinde St. Peter und Paul, Eschweiler, Erolzheim 1967.
Hans Taxhet (Anton Bernhard Ackermann): Aus der Chronik der Pfarre St. Peter und Paul in Eschweiler, in: Schriftenreihe des Eschweiler Geschichtsvereins, 39, 1981.
Claus Bernet: Spezialband: Himmelspforten vom Mittelalter bis heute (Kirchenfenster und Glasarbeiten, Teil 4), Norderstedt 2018 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 46).

 

tags: Tempel, Heiden, Jerusalemkreuz, Rheinland, Nachkriegskunst
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