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Clemens Fischer (1918-1992), Ulla Hase: St. Martinus in Langerwehe-Schlich (1993)

Das monumentale Chorfenster aus dem Jahr 1993 in der römisch-katholischen Kirche St. Martinus in Langerwehe-Schlich im Kreis Düren besteht aus farbintensivem Antik- und Opalglas, Blei sowie aus Schwarzlot. Nach einer Erläuterung des Grafikers und Glasmalers Clemens Fischer (1918-1992) soll hier, hinter einer hölzernen Christusfigur über dem Altar, unter anderem auch das Himmlische Jerusalem dargestellt sein. Ausgeführt wurde die fünfbahnige Glasarbeit mit einem Segmentbogen von der renommierten Firma Hein Derix in Kevelaer, die eine lange Erfahrung mit der Herstellung von Sakralfenstern aufweisen kann und mit international anerkannten Künstlern ebenso zusammen arbeitet wie mit Künstlern, deren eigentlicher Schwerpunkt, wie im vorliegenden Fall, außerhalb der Glasmalerei liegt oder die vielleicht noch nicht so bekannt, aber vielversprechend sind. Selbst ich, der ja lediglich über diese Kunstwerke arbeitet, habe von der Manufaktur Derix immer engagierte und hilfreiche Auskunft erhalten.


Da Fischer im Jahr 1992 verstarb, übernahm post mortem die Lithographin Ulla Hase (geb. 1966) aus Kiel die Realisierung bzw. die Finalisierung dieser Arbeit. Man findet über die Fensterbahnen figürliche Fragmente verteilt, die auf die Apokalypse verweisen. Dies sind beispielsweise im oberen Bereich eine Sonne und ein Mond, die schon seit dem Mittelalter Darstellungen des Himmlischen Jerusalem begleiten. In einem Tondo der vierten Fensterbahn von links werden unten zwei Hände gezeigt, die anderen Händen Speise reichen – ein Verweis auf das ewige Abendmahl, welches in der Stadt gefeiert wird. Direkt darüber ist eine Ecke der neuen Stadt zu sehen, zusammen mit einem Tor in Türkisfarbe. Oben ist die Mauer offen und man sieht eine schier endlose Zahl von graugrünen Halbbögen: dies sind die Köpfe der vielen Menschen, die hier Schutz gefunden haben. Direkt darüber hat Fischer einige Blätter und Äste gesetzt, als Hinweise auf den Lebensbaum. Diese und andere Fragmente, die sich auch nicht alle befriedigend deuten lassen, ergeben aber kein einheitliches erklärendes Bild, sondern der Gesamteindruck wird vor allem über die satten kräftigen Farben, wie ein maritimes Blau, ein Blutrot und verschiedene Brauntöne erzeugt.

Claus Bernet: Kirchenfenster und Glasarbeiten, Teil 3, Norderstedt 2015 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 26).

 

tags: Niederrhein, Firma Derix, Sonne, Mond
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