Gottfried Böhm (1920-2021): Friedrich-Spee-Haus in Hannover (1957)

Das Chorfenster der Herz-Jesu-Kapelle des Friedrich-Spee-Hauses im Zentrum Hannovers besitzt eine Glaswand, die dem Chorraum einen prachtvollen und eindrucksvollen Abschluss gibt. Mit der Planung des Altarraumes war ursprünglich der bekannte Kölner Architekt Dominikus Böhm (1880-1955) betraut; nach seinem Tod führte sein Sohn Gottfried Böhm (1920-2021) die Arbeiten fort. Dieser hat auch das Chorfenster entworfen, das dann die Kölner Glasfirma Botz & Miesen im Jahr 1957 ausführte.

Zwölf gleichmäßig verteilte Rosetten stellen Motive aus der Herz-Jesu-Litanei dar. Sie heben sich als violette Rundfenster vom Grüngelb der Hintergrundmusterung ab. Dasjenige Medaillon in der Mitte zeigt die Himmelspforte: Unten befindet sich ein Friedhof mit Gräbers, übrigens mit ganz verschiedenen Kreuzen. Ein Mensch hat sich gerade aus einem Grab erhoben. Der Mensch steht nach der Auferstehung vor einer gewaltige Hauptpforte und sieht vor sich den Weg, der durch zwei weitere Pforten zur Ewigkeit führt. Dieser Weg ist übrigens kein gewundener Pfad, sondern hier eine schnurgerade Linie. Das zweite Tor ist von der Form wie das erste gestaltet, nur wesentlich kleiner. Das letzte Tor besteht aus drei Pfeilern und ist vom Heiligen Geist bewacht. Die beiden Engelsfiguren an den Seiten verweisen auf das Jüngste Gericht; der linke besitzt ein Flammenschwert, der rechte eine Waagschale.

Herz-Jesu-Kapelle und Friedrich-Spee-Haus Hannover, Hannover 1960.
Svetlozar Raèv (Hrsg.): Gottfried Böhm. Bauten und Projekte 1950-1980, Köln 1982.
Claus Bernet: Torszenen, Himmelspforten, Porta Coeli, Norderstedt 2014 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 11).

 

tags: Hannover, Niedersachsen, Jesuiten, Chorfenster, Medaillon, Rundfenster, Pforte, Engel, Friedhof
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