Jerusalemsfenster im Gemeindezentrum für Zeilsheim und Friedenau-Taunusblick (1963/2011)

Das neue evangelische Gemeindezentrum für Zeilsheim und Friedenau-Taunusblick in Frankfurt-Zeilsheim wurde im Mai 2011 eingeweiht. Darin befindet sich jetzt ein Glasfenster mit dem Neuen Jerusalem, welches aber wesentlich älter ist. Es ist eine Arbeit aus dem Jahre 1963 aus der ehemaligen Heimatkirche Taunusblick, Die Fenster erachtete man aber für so wertvoll, dass man sie in die Südfront des Neubaus integriert hat. Der Name des Künstlers oder der Künstlerin konnte nicht mehr ausfindig gemacht werden, obwohl es noch Zeitzeugen geben müssten oder Unterlagen über Kauf und Einbau vorhanden sein könnten. Durch die Integration in den Neubau konnte dieses Glasfenster gerettet werden, und die Gemeinde hat Kosten und Ressourcen gespart – heute würde man diese sinnvolle Lösung als nachhaltig bezeichnen. Der Bau zeigt, dass es durchaus möglich ist, alten Architekturbestand in einen Neubau so zu integrieren, dass die Eigenart des Alten fortbestehen kann, aber auch die neue Architektur zu ihrem Recht kommt. Leider ist von Seiten des Denkmalschutzes und auch von der Lokalpresse diese Lösung kaum beachtet worden.
Das quadratische Fenster zeigt im Mittelbereich etwa acht Tore. Es sind rechteckige Blöcke im Goldton, auf welche Umrisse eines mittelalterlichen Rundtores mit Zinnen eingezeichnet sind. Wie viele Tore es exakt sind, lässt sich nicht sagen, da ein, zwei oder sogar drei der Tore von einem Zentralbau teilweise verdeckt sind. Die Häuser dazwischen sind auf blaue Glasscheiben gemalt, der Lebensfluss wurde durch rote Scheiben markiert, die sich als breites Band durch das gesamte Fenster ziehen.

Claus Bernet: Kirchenfenster und Glasarbeiten, Teil 3, Norderstedt 2015 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 26).
Paul-Martin Lied, Anna Scheuermann, Andrea Schwappach: Architectural guide Frankfurt am Main, Berlin (2017).

tags: Gemeindezentrum, Neubau, Frankfurt, Hessen
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