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Himmelspforte aus dem Franziskanerkonvent in Guadalupe, Mexiko (um 1790)

Die römisch-katholische Klosterkirche des ehemaligen Franziskanerkonvents in Guadalupe in der zentralmexikanischen Stadt Zacatecas ist heute Teil des „Instituto Nacional de Antropología e Historia Museo de Guadalupe“. Im profanierten Kirchenschiff dieses Museums befinden sich Wandmalereien, die man auf das späte 18. Jahrhundert datiert. Diese Malereien werden nach unten durch einen hölzernen Relieffries abgeschlossen, welcher gleichzeitig mit der Wandmalerei entstanden ist, jedoch von einem anderen Künstler, einem Schnitzer, angefertigt wurde. Dessen Name ist nicht bekannt, man geht von einer örtlichen Werkstatt in Guadalupe oder Umgebung aus.
Unter anderem werden hier auch verschiedene Mariensymbole gemäß der Lauretanischen Litanei zur Darstellung gebracht, was zwar in Spanien um diese Zeit eigentlich kein großes Thema mehr war, in den Kolonien jedoch weiterhin populär war, vor allem in Wallfahrtsorten wie Guadalupe. Bereits an erster Stelle links findet sich die geschlossene Pforte (Porta Clausa), die sich in leuchtenden Farben deutlich von der tiefschwarzen Kartusche mit vergoldeter Rahmung im Stil des Rokoko abhebt. Sie ist regelrecht von vegetabiler Ornamentik und Voluten in schwarzer Farbe überzogen und fast so gewichtig wie das, was im Inneren gezeigt wird. Die Schnitzerei zeigt dort eine rechteckige Pforte, zusammen gesetzt aus einzelnen rosafarbenen Quadersteinen auf einem schmalen Fundament. Sie trägt eine aufwendig gestaltete, vergoldete Kassettentür mit sechs Feldern. Aufgesetzt wurde der Tür eine Halbkuppel in Orange, die ungewollt einem Hokkaidokürbiss ähnelt.

Felipe Solís (Hrsg.): National Museum of Anthropology: Mexico Cit, New York 2004.

 

tags: Barock, Mexiko, Kloster, Franziskaner, Porta Coeli
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