Helmut Lang: Fenster aus St. Theresia in Essen-Stadtwald und St. Martinus in Elsdorf-Niederembt (1977 und 1993)

Im Juni 1977 erhielt die Pfarrkirche St. Theresia oberhalb ihrer Eingänge zwei große Fenster mit den Titeln: „Der schmale Weg zum Heil“ und „Der breite Weg zum Unheil“ (hier nicht abgebildet). Damit handelt es sich um eine Zweiwege-Darstellung. Im Fenster „Der schmale Weg zum Heil“ wird oben als Ziel eines schmalen, steilen Pilgerwegs ein Eingangstor an einem der Ecken der Stadtmauern des Himmlischen Jerusalem dargestellt. Es besteht aus zwei Doppeltürmen mit schmalen, mittelalterlichen Schießscharten. Zwischen den Türmen befindet sich der schmale Eingang, welcher, was sich am Schatten ablesen lässt, offen zu sein scheint. Über dem Ganzen strahlt eine Gloriole mit dem Lamm Gottes in der Mitte. Sie geht bis zur Decke und wird von dieser unterbrochen. Ungewöhnlich ist, dass der mit Zweigen angedeutete Lebensbaum hier nicht in, sondern vor die Stadt gesetzt ist. Nach anderer Interpretation sind es die Zweige von Märtyrerpalmen der Pilger. Auch die weißen Tropfen oder Tränen auf und zwischen der Gloriole gehören nicht zum gängigen Repertoire einer Darstellung des Neuen Jerusalem. Die Geretteten vor der Stadt sind übrigens zeitgenössische Personen, darunter ein Bergmann mit Grubenlampe.

 

Vorderseite der Verglasung mit schweren Schäden

Das linke Westfenster über einem der Ausgänge der römisch-katholischen Kirche in Stadtwald, einem Ortsteil von Essen im Ruhrgebiet, schuf der wenig bekannte Glasmaler Helmut Lang aus Köln, der schon 1959 die Chorfenster dieser Kirche entworfen hatte. Angefertigt wurden die Fenster von der Glaswerkstätte Koll aus Bottrop.

 

  Niederembt (1993)

Von Helmut Lang gibt es noch eine weitere Arbeit zum Thema Himmlisches Jerusalem. In Elsdorf-Niederembt (Rhein-Erft-Kreis) zeigt die St. Martinus-Kirche im Eingangsbereich der Kirche auf einem Glasfenster das Neue Jerusalem. Das Fenster aus Kathedralglas, Blei und Schwarzlot ist auf 1993 datiert. Das zentrale Lamm mit Siegesfahne auf dem Regenbogen stehend ist von zwölf niedrigen Tortürmen umgeben. Jeweils drei sind an einer der vier Seiten angebracht. Im unteren Bereich präsentieren zwei grüne Engel mit gelben Flügeln einen runden Abfluss, aus dem das Wasser des Lebens weiter nach unten strömt.

 

tags: Essen, Ruhrgebiet, Zweiwegebild, Helmut Lang, Bergarbeiter, Rheinland, Abfluss, Lebensfluss
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