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Helmut Lang: Fenster aus St. Theresia in Essen-Stadtwald (1977)

Im Juni 1977 erhielt die römisch-katholische Pfarrkirche St. Theresia oberhalb ihrer Eingänge zwei neue, große Fenster mit den Titeln: „Der schmale Weg zum Heil“ und „Der breite Weg zum Unheil“ (hier nicht abgebildet). Damit handelt es sich um eine Zweiwegebild-Darstellung. Im Fenster „Der schmale Weg zum Heil“ wird oben als Ziel eines schmalen, steilen Pilgerwegs, der an eine Himmelsleiter erinnert, ein Eingangstor an einem der Ecken der Stadtmauern des Himmlischen Jerusalem dargestellt. Es besteht aus zwei Doppeltürmen mit schmalen, mittelalterlichen Schießscharten in blauer Färbung. Zwischen den Türmen befindet sich der ebenfalls schmale Eingang, welcher, was sich am Schatten ablesen lässt, offen zu sein scheint. Über dem Ganzen strahlt eine Gloriole mit dem Lamm Gottes in der Mitte. Sie geht bis zur Decke und wird von dieser unterbrochen und wirft einen Schatten auf den oberen Teil des Fensters. Ungewöhnlich ist, dass der mit sechs Zweigen angedeutete Lebensbaum hier nicht in, sondern vor die Stadt gesetzt ist. Nach anderer Interpretation sind es die Zweige von Märtyrerpalmen der Pilger, die darunter zu sehen sind. Auch die weißen Tropfen oder Tränen auf und zwischen der Gloriole gehören nicht zum gängigen Repertoire einer Darstellung des Neuen Jerusalem. Die Geretteten vor der Stadt sind übrigens zeitgenössische Personen, darunter ein Bergmann mit Grubenlampe.

Das linke Westfenster über einem der Ausgänge der römisch-katholischen Kirche in Stadtwald, einem Ortsteil von Essen im Ruhrgebiet, schuf der weniger bekannte Glasmaler Helmut Lang (geb. 1924) aus Köln. Der Künstler hatte schon 1959 die Chorfenster dieser Kirche entworfen und war mit der Gemeinde eng verbunden. Angefertigt wurden die zwei Fenster von der Glaswerkstätte Koll aus Bottrop.

 

tags: Essen, Ruhrgebiet, Zweiwegebild, Helmut Lang, Bergarbeiter, Rheinland, Abfluss, Lebensfluss
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