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Michael Amberg (1900-1976): Tabernakel der Klosterkirche von Gemünden (1966)

Die römisch-katholische Klosterkirche Gemünden am Main (Unterfranken) ist das spirituelle Zentrum der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Kreuz (Provinz Europa Mitte). Das Kloster wurde daher mit besonders kostbaren Kunstwerken ausgestattet. Lange Jahrhunderte war ja die Hervorhebung von Macht und Reichtum in der Kirche selbstverständlich und erst in den letzten Jahrzehnten hat eine gewisses Umdenken eingesetzt.
Hinter dem Altar der Klosterkirche ruht auf einer Stele der Tabernakel. Es ist eine Arbeit des Würzburger Goldschmiedes Michael Amberg (1900-1976). Soweit bekannt, ist es in seinem reichhaltigen Schaffen die einzige Wiedergabe des Himmlischen Jerusalem. Auf der vorderen Tabernakeltüre ist die himmlische Gottesstadt dargestellt: in der Mitte steht das Lamm vor blauem Grund als die eigentliche Leuchte und Lichtquelle der Stadt und als symbolhafter Hinweis auf die Eucharistie, die nach christlicher Vorstellung in das neue Leben verwandelt. Umzogen ist das Lamm von einem Zackenfries, der in jeder Zacke eines der zwölf Tore der Stadt zeigt. Es sind einfache, spitz zulaufende Tore mit roter Füllung und goldenem Rahmen. In die vier Ecken wurden jeweils drei gefasste Bergkristalle gesetzt. Die rechteckige Fläche dazwischen ist mit aufgelegtem Blattgold versehen. Diese Arbeit aus dem Jahr 1966 gehört, wie noch andere Werke von Michael Amberg, zur Erstausstattung der Kirche.

Herbert Schade: Gold und Blut. Zum Werk von Michael Amberg, o.O. 1968.
Elisabeth Roth: Geschmiedetes Gold: Arbeiten von Joseph Amberg, Michael Amberg, Marie-Theres Amberg, Würzburg 1971.
Hans Peter Bruntz: Die Gegenwart des Heiligen, München 1984.
Claus Bernet: Himmlisches Franken, Norderstedt 2012 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 4).

 

tags: Kloster, Unterfranken, Tabernakel, Gold
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